September 2012: Deniz Aytekin

Es ist immer leicht, auf Schiedsrichtern herumzuhacken. Und meistens geschieht es dann, wenn der eigene Verein benachteiligt wurde. Daher sollte man das besser lassen. Doch im September hat sich Referee Deniz Aytekin unseren Titel „Tor des Monats“ verdient. Er war einfach zu auffällig.

Es ging los am 15. September. Hannover 96 hatte in einem fantastischen Spiel Werder Bremen äußerst glücklich mit 3:2 geschlagen. Szabolcs Huszti erzielte mit einem Seitfallzieher den Siegtreffer in der Nachspielzeit. Voller Ekstase riss er sich das Trikot vom Leib und sprang auf den Zaun, um mit den Fans zu feiern. Aytekin zeigte Huszti dafür zweimal Gelb, also Gelb-Rot. Das tat ihm offensichtlich selbst am meisten leid. Dabei hatte er zwei Möglichkeiten, diesen Platzverweis zu vermeiden. Entweder hätte er Huszti nur Gelb zeigen können, da beide Regelverstöße (Trikot ausziehen und zu übertriebenes Jubeln) in Tateinheit geschahen. Der Hannoveraner war zum Zeitpunkt seines zweiten Vergehens ja noch gar nicht verwarnt worden.

Oder aber Aytekin hätte das Spiel direkt nach dem Tor abgepfiffen (was er übrigens unmittelbar nach dem Platzverweis tat). Denn nach Spielende dürfen Spieler bekanntlich so hemmungslos jubeln wie sie wollen, ohne eine Strafe zu befürchten. Und ist es nicht so, dass wir als Fans unsere Mannschaft genau so feiern sehen wollen, wenn sie kurz vor Schluss ein knappes Spiel zu ihren Gunsten entscheidet?

Elf Tage später hatte Borussia Mönchengladbach den HSV zu Gast. Wieder fiel ein Tor in der Schlussminute, wieder riss sich der Torschütze das Trikot vom Leib. Diesmal war es Alvaro Dominguez, der für Gladbach das 2:2 rettete. Schiedsrichter Aytekin zeigte ihm nicht die Gelbe Karte, dabei hätte sie für Dominguez nicht mal Gelb-Rot bedeutet. Hatte Aytekin den Oben-ohne-Jubler übersehen?

Es wäre nicht das Einzige gewesen, was der Unparteiische übersehen hätte. Martin Stranzl hatte sich vor dem 1:1 bei seinem Gegenspieler Heiko Westermann aufgestützt. Ivo Ilicevic hatte mit einer Schwalbe einen Strafstoß und eine Rote Karte für Stranzl ermogelt. Doch Aytekin blieb das verborgen.

Nein, das war nun wirklich nicht Aytekins bester Monat. Aber dafür bleibt ihm unsere schöne Auszeichnung. Herzlichen Glückwunsch!

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