November 2012: Luiz Adriano

Schlimmer kann’s diesen Monat nicht mehr werden, deswegen verleiht ausgekontert den Titel „Tor des Monats November“ bereits heute feierlich an Luiz Adriano. Der Brasilianer in Diensten von Shakhtar Donezk hat nicht nur den Ball, sondern im Spiel beim FC Nordsjælland auch das Fairplay mit Füßen getreten.

Was war passiert? Es gab einen Schiedsrichterball nach einer Spielunterbrechung in der Hälfte der Gäste. Willian wollte den Dänen den Ball zurückspielen und schoss ihn in hohem Bogen über die Mittellinie. Dann schnappte sich Luiz Adriano die Kunststoffkugel, umkurvte seelenruhig den Keeper und schoss unbedrängt ein. Die Gastgeber waren auf diese dreiste Aktion nicht gefasst und leisteten keine Gegenwehr.

Was folgte, waren minutenlange Diskussionen, an deren Ende der Zuschauer den Eindruck hatte, dass die Ukrainer nun freiwillig einen Treffer kassieren wollen, um die Scharte Luiz Adrianos auszuwetzen. Die ersten Donezker ließen den dänischen Angreifer nach dem Anstoß passieren, doch dann forderte Luiz Adriano gestenreich seine Mitspieler auf, doch noch zu verteidigen. Dies sei ein Missverständnis gewesen, gab Shakhtar-Trainer Mircea Lucescu später zu Protokoll. Er habe den Dänen ein Tor schenken wollen.

Aha, dafür wäre aber immer noch Zeit gewesen. Lucescu hätte ein Machtwort sprechen müssen, seine Spieler hätten ihn schon verstanden. Doch Donezk verpasste es, etwas Ähnliches zu schaffen, wie Ajax Amsterdam vor ziemlich genau sechs Jahren, siehe:

Das Schlimmste an der ganzen Luiz-Adriano-Kiste ist aber, dass der Brasilianer in diesem Spiel (5:2) dreimal traf. Und hinterher anmerkte, er freue sich über seine Treffer – auch über den ersten.

Fairerweise – und ausgekontert ist im Gegensatz zu Luiz Adriano fair – muss allerdings auch erwähnt werden, dass der Schiedsrichter-Ball das Resultat einer Schwalbe der Gastgeber mit anschließender „Verletzungs“-Unterbrechung war. Das kann Luiz Adrianos Aktion zwar begründen, aber beileibe nicht rechtfertigen.

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