März 2012: Paolo Guerrero

Den Titel „Tor des Monats März“ hätten viele verdient gehabt. Denken wir an Gerald Asamoah und Kevin Großkreutz, an Mike Büskens und seinen Torwartwechsel oder an Dante und seinen Fehlschuss gegen seinen wahrscheinlich neuen Klub FC Bayern. Doch die Latte, die Paolo Guerrero am 3. März verdammt hoch gehängt hatte, konnte keiner von ihnen überspringen.

Der Peruaner vollführte an jenem Samstagnachmittag im Hamburger Volkspark das mit Abstand übelste Foul der Saison. Es dreht sich einem heute noch der Magen um, wenn man sich an die Szene erinnert. Stuttgarts Keeper Sven Ulreich war aus seinem Tor zur Eckfahne geeilt, um einen weiten Ball so abzusichern, dass dieser über die Auslinie rollt. Guerrero sah dies, setzte zum sinnfreien Sprint an und grätschte drauf los. Da er netterweise einen Fuß dabei anhob, erwischte er Ulreich in der Kniekehle.

Glücklicherweise befand sich der Fuß des getroffenen Beines in der Luft. Wäre Ulreich damit gerade aufgetreten, wie er es vermutlich Sekundenbruchteile später getan hätte, hätte er seine Karriere unter Umständen beenden müssen. Denn viel wäre im Knie sicher nicht mehr heile geblieben. Dem Stuttgarter Mannschaftsarzt wurde auf dem Weg zu Ulreich ganz mulmig zumute, weil er wusste, dass der Torwart vor Jahren in diesem Bein einen Bruch des Weidenbeinköpfchens erlitten hatte. Wie durch ein Wunder kam Ulreich diesmal ohne Verletzung davon.

Und was machen Guerrero und einige HSV-Verantwortliche? Von Entschuldigung oder Reue keine Spur. Ob Guerrero („Wieso? Er hat sich doch nicht verletzt“) oder Trainer Thorsten Fink (Schulterklopfen für Guerrero nach dem Platzverweis) – sportliches oder gar kollegiales Verhalten sieht anders aus.

Zum Fürchten: Der Videobeweis.

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