November 2011: Markus Babbel

Herzlichen Glückwunsch an Markus Babbel! Der Hertha-Trainer ist unser Tor des Monats November. Die Auszeichnung hat er sich für seine Äußerungen am Tag nach dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach verdient, als er ein übles Foul seines Innenverteidigers Maik Franz an Marco Reus nicht nur verteidigte, sondern indirekt zur Nachahmung empfahl.

Zur Erinnerung: Reus stand an der Mittellinie mit dem Rücken zum Tor und nahm den Ball an. Oder versuchte es zumindest, denn die Kugel sprang ihm etwas zu weit vom Fuß. Doch da befand sich Franz schon im Anflug. Mit rechts traf der Berliner das Spielgerät, mit links senste er Reus rustikal um – eine Verletzung nahm er dabei sicher nicht ungerne in Kauf. Schließlich hatte ihn Reus drei Minuten zuvor beim 1:1 düpiert. Franz keine Absicht zu unterstellen, fällt dem Betrachter der Szene sehr schwer.

Und was sagt Markus Babbel am nächsten Morgen, als er auf diese Aktion angesprochen wurde? „Das war eine Traumsituation für einen Innenverteidiger, um dazwischenzufegen. Der Ball war auch dabei. Ich habe das nicht so dramatisch gesehen. Ich war ja auch einmal ein Verteidiger.“

Aha, also Gegenspieler verletzen ist in Ordnung, wenn der Ball dabei halbwegs getroffen wurde? Interessante Ansicht, die mit unserer monatlichen Auszeichnung belohnt wird. Um die moralische Keule zu schwingen: Tolles Vorbild für die Jugend, Herr Babbel!

Übrigens, Marco Reus revanchierte sich auf seine Weise: Dem 1:1 in der ersten Hälfte ließ er noch den Gladbacher Siegtreffer zum 2:1 im zweiten Spielabschnitt folgen. Und auf der Torlinie versuchte ein Herthaner vergeblich, den Volleyschuss abzuwehren: Maik Franz. Manchmal ist Fußball eben doch gerecht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.