Wie sauber lief der doppelte Drexler-Wechsel?

Zwei Wechsel eines Spielers innerhalb einer Transferperiode sind eher unüblich. Im Fall des ehemaligen Kielers Dominick Drexler werfen die Vorgänge der letzten Monate Fragen auf.

Drexler spielte eine überragende Saison bei der KSV Holstein und avancierte mit zwölf Toren und elf Vorlagen zu einem der herausragenden Spieler in der abgelaufenen Zweitligasaison. Im Relegationshinspiel um den Bundesligaeinzug beim VfL Wolfsburg legte er ein Tor herausragend mit einem Dribbling an der gegnerischen Grundlinie vor, im Rückspiel fehlte er verletzungsbedingt.

Nach dem verpassten Aufstieg in die Bundesliga wurde Ende Mai der Wechsel zum dänischen Meister FC Midtjylland bekannt – für etwa 2,5 Millionen Euro Ablöse. Sportlich vielleicht keine attraktive Liga, aber immerhin mit der Chance, über die Qualifikation noch in die Champions League zu gelangen. Für jemanden, der vor 14 Monaten noch in der 3. Liga spielte, ein toller Werdegang.

Nun aber wurden in den letzten Wochen Gerüchte laut, dass es Drexler doch wieder nach Deutschland ziehe – und zwar noch in dieser Wechselperiode. Mainz 05 hatte Interesse bekundet, der von Ex-Holstein-Coach Markus Anfang trainierte Zweitligist 1. FC Köln machte allerdings das Rennen und überwies rund vier Millionen Euro an die Dänen.

Was nach FIFA-Regeln möglich ist, lässt allerdings viele Fragen offen: Zwar lohnt sich der schnelle Wechsel auch für den dänischen Meister, aber warum gibt er seinen Spielmacher sofort wieder her, zumal die Mehreinnahmen durch eine Champions League-Qualifikation höher wären als die Transfererlöse aus Köln? Warum kommt auf einmal heraus, dass Drexler schon zu Jahresbeginn in Dänemark unterschrieben hatte? Wurde damals Stillschweigen vereinbart, um Holsteins Rennen um den Aufstieg in die Bundesliga nicht zu gefährden? Hat sich Drexler die Sache anders überlegt, als auch Ex-Trainer Anfang und Holstein-Kapitän Rafael Czichos an den Rhein und damit in die Nähe von Drexlers Heimatstadt Bonn wechselten? Oder war der Umweg über Dänemark eine Finte, um eventuelle Vertragsbeschränkungen (z.B. kein Wechsel innerhalb der zweiten Bundesliga) zu umgehen? Nach der Lektüre von Kai Psottas „Die Paten der Liga: Spielerberater und ihre Geschäfte“ wundert den Fußballfan bei der Vertragsgestaltung und der Nutzung bestimmter Klauseln nur noch wenig. Sollte an dieser Version etwas dran sein, so müsste auch die Rolle von Anfang hinterfragt werden, da in einem solchen Fall auch Insiderinformationen hätten ausgenutzt werden können. Oder hat Drexlers Beratungsagentur 11WINS GmbH um Christian Schmid die beiden Wechsel forciert, um doppelt an den Transfererlösen beteiligt zu werden und die Gehaltsforderungen des Spielers steigern zu können?

Was bleibt, ist ein fader Beigeschmack des Doppelwechsels von Dominick Drexler.

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