Lesetipp: 111 Gründe, Holstein Kiel zu lieben

Wenn man über den Verein nachdenkt, den man gern spielen sieht, fallen einem sicherlich einige gute Gründe ein, die einen an den eigenen Klub binden. Bei Holstein Kiel ist das nicht anders. Das dachte sich auch Matthias Hermann vom Kieler Holstein-, Groundhopping- und Kulinarikblog Calcio Culinaria und schloß sich der 111-Gründe-Serie des Schwarzkopf & Schwarzkopf-Verlags in Berlin an.

Sicherlich, einige Gründe, die KSV Holstein zu lieben, sind austauschbar und könnten auch in den Büchern anderer Klubs stehen – etwa über Auswärtsfahrten in die Provinz oder Sonderzugtouren. Andere Gründe sind, obwohl die Auswahl natürlich immer subjektiv ist, bestimmt auch verzichtbar – aber es sollten nun einmal genau 111 Gründe werden. Dennoch gilt: Dieses Buch macht Spaß beim Lesen – und das gilt sicherlich nicht nur für Anhänger der Störche.

Die vielen kleinen Kieler Geschichten haben schließlich große Schnittmengen zu anderen Klubs, Orten und Akteuren. Ganz besonders die historischen Gründe, der Mannschaft vom Westring die Daumen zu halten, sind lesenswert. Wer weiß schon, dass Ottmar Walter – Weltmeister von 1954 – mal die Fußballschuhe für die KSV schnürte? Wer kennt die ehemaligen Kieler Olympiateilnehmer und Nationalspieler noch?

Es gehört zu den Vorzügen des Besuches, dass sich der Autor – dem eigenen Erlebnisschatz entsprechend – nicht nur mit den letzten 20 Jahren der Kieler Fußballgeschichte befasst hat, sondern auch über den Tellerrand blickt. Die vielen kleinen Annekdoten, Hintergründe und akribisch zusammengetragenen Details machen das Buch empfehlenswert. Auch der Blick in Kurve und Fankultur weiß zu gefallen. Über kleinere formale Mängel liest der geneigte Fußballfan da gern hinweg. Diese ärgern die Autoren solcher Werke sowieso selbst am meisten.

Wer also mehr über Traditionsduelle am Rothenbaum, die gemeiname Historie mit Kilia Kiel, Holsteins Edelfans, Spielerlegenden, die norddeutsche Fußballgeschichte, die Jugendtage von Andreas Köpke, Choreographien in luftiger Höhe, Rivalitäten, Oberligatristesse und Zweitligasehnsucht erfahren möchte, dem sei empfohlen, zehn Euro für das Buch „111 Gründe, Holstein Kiel zu lieben“ auf den Ladentisch zu legen.

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