Tor des Monats August 2017: Maik Walpurgis

Seine Verpflichtung im November 2016 war fuer viele Fuballanhaenger eine Ueberraschung: Maik Walpurgis uebernahm aus der Arbeitslosigkeit heraus den abstiegsbedrohten FC Ingolstadt. Viele Fans, nicht nur des FCI, sahen seine hemdsaermelige Art und seine Rhetorik nach den ersten Spielen als Beleg dafuer an, dass die Herausforderung Bundesliga fuer den Fuballlehrer aus Herford eine Nummer zu gross gewesen sei. Der Abstieg der Ingolstdter war insofern fuer viele Beobachter folgerichtig.

Fuer mich galt beides nicht: Sowohl bei den Sportfreunden Lotte, die er vom unbekannten Dorfklub zum Aufstiegsanwaerter in die 3. Liga formte, als auch beim VfL Osnabrueck, bei dem viele Anhaenger der Lila-Weissen am Ende gegen den Trainer waren, hat Walpurgis aus meiner Sicht gute Arbeit geleistet. Das Interesse von Arminia Bielefeld und anschliessend des FCI mag ueberraschend gewesen sein, verstaendlich war es allerdings auch. In Ingolstadt zeigte das Team unter dem 43-Jaehrigen wieder das alte Gesicht: Agierte bissig und unangenehm und holte deutlich mehr Punkte, als der Mannschaft allgemeinhin zugetraut wurde. Den Abstieg konnte Walprugis am Ende allerdings nicht verhindern.

Als der Abstieg feststand, war ich der Ueberzeugung: Mit Walpurgis waere eine Konsolidierung des Klubs in Ligs 2 moeglich, ein Wiederaufstieg – wenn auch nicht zwangslaeufig im ersten Jahr – ebenfalls. Aufgrund der ueblichen Ablaeufe im Profifuball hatte ich allerdings nicht damit gerechnet, dass Walpurgis nach dem Abstieg im Amt bleiben wrde.

Der Coach blieb und damit auch mein Zutrauen in die Geduld der Schanzer mit dem Uebungsleiter aus dem Westen. Am 22. August – und damit fuer mich wiederum ueberraschend frueh – musste Maik Walpurgis gehen. Im Pokal erreichte das Team zwar durch einen Sieg beim TSV 1860 die zweite Runde, in der Liga war nach drei Niederlagen allerdings Schluss fuer den Abstiegstrainer. Zwar erfolgten die Niederlagen gegen starke Gegner aus Berlin, Sandhausen und (Aufsteiger) Regensburg – allerdings erwartet man von einem Absteiger aus dem Oberhaus nach drei Spielen sicherlich kein leeres Punktekonto.

Dennoch kam die Entlassung nach drei Spielen fuer mich zu frueh. Ein bis zwei Spiele haette ich Walpurgis schon noch eigeraeumt, wenn man sich doch schon entschieden hatte, mit dem alten Trainer in der zweiten Liga zu starten. Die Ungeduld der Klubfuehrung war insbesondere deshalb ueberraschend, weil der Kader einen grossen Umbruch hinter sich hatte und mit Mathew Leckie, Pascal Gross und Lukas Hinterseer Leistungstraeger den Klub verliessen und die Neuzugnge um Christian Traesch, Stefan Kutschke und Antonio Colak noch nicht von Beginn an zuendeten.

Fuer die Kritiker, die Walpurgis seit seinem Amtsantritt hatte, war die Entlassung absehbar. Fr mich hat sich Walpurgis mit seinem Intermezzo in der ersten und zweiten Bundesliga allerdings nicht verbrannt – er bleibt fuer Vereine aus Liga 2 und 3 eine attraktive Alternative. Wir duerfen indes gespannt sein, wie sich das Ingolstaedter Team unter Interimscoach Stefan Leitl entwickelt.

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