Tolle Fanaktion: Mit dem Rad zum Auswärtsspiel

Nur 13 Kilometer trennen die Stadien der Drittligisten VfL Osnabrück und Sportfreunde Lotte voneinander. Grund genug, für das jeweilige Auswärtsspiel nicht nur auf herkömmliche Anreiseformen zu setzen. Das haben sich auch Anhänger des VfL Osnabrück gedacht und bereits vor Monaten eine Facebook-Seite ins Leben gerufen, um beim Rückspiel Ende April 2017 für eine gemeinsame Anreise in den benachbarten Kreis Steinfurt mit dem Drahtesel zu werben.

Am 29. April war es nun soweit: Das Nachbarschaftsduell (aufgrund überschaubarer Pflichtspielvergleiche beider Klubs verzichte ich auf das Wort Derby) stand an. Aus der kleinen Facebook-Initiative mit wenigen Interessenten wurde ein großer Bahnhof mit rund 600 Teilnehmern. Der Organisator rief im Vorfeld nicht nur über das soziale Medium zur Teilnahme an der Radtour in den Westen auf: Auch über die Zeitungen oder die Vereinskanäle des VfL Osnabrück wurde auf die Zweiradparade hingewiesen. Zudem mussten versicherungstechnische Fragen, die Anmeldung der Tour beim Ordnungsamt und Absprachen mit der Polizei in Osnabrück und dem Kreis Steinfurt erledigt werden. Nicht zuletzt waren Ordner zu stellen. Großer Aufwand also, der sich am Ende gelohnt hat: Das Wetter spielte mit und es nahmen rund 600 Radfahrer an der Tour vom Heger Tor in Osnabrück zum Kornweg in Lotte teil.

Wo gibt es das schon? Mit dem Rad zum Auswärtsspiel in der 3. Liga?

Besonders schön war, dass nicht die direkte Strecke an den Hauptverkehrsstraßen gewählt wurde, die vielleicht auch gar nicht genehmigt worden wäre, sondern die ruhigere Strecke durch Wald und Wiesen. Nach einer Stunde gemütlichen Fahrens erreichte die Gruppe geschlossen das Stadion der Sportfreunde. Große Kreuzungen sperrte die Polizei ab, um der Radfahrergruppe freie Fahrt zu ermöglichen. Stoppte es während der Anreise einmal und wagte man den Blick zurück, so waren Radfahrer zu sehen – soweit das Auge reichte. Geparkt werden konnten die Drahtesel am Zielort auf dem Bauernhof nahe des Gästeblocks. Die gemeinsame Radanreise war tolle Aktion, die sich bewusst nicht nur an Fans des VfL Osnabrück, sondern auch an neutrale Zuschauer und Anhänger der Sportfreunde richtete.

Großer Dank gilt an dieser Stelle dem Organisator Dominik Lehmkuhl, der die ganze Organisation ehrenamtlich auf die Beine gestellt hat, den Sponsoren sowie den Behörden, die diese Aktion genehmigt und begleitet haben. Die Tatsache, dass es friedlich blieb und die Radfahrer fast keinen Müll in die Landschaft entsorgten, führte zur positiven Bilanz: Solche Aktionen machen den Fußball erst zu dem, was er ist: Die schönste Nebensache der Welt.

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