Auf der Durchreise? Thomas Delaney trumpft auf

Die Erfolgsserie von Werder Bremen in den letzten Wochen hat viele Gründe: Neue defensive Stabilität, besseres Umschaltverhalten, stärkere Torwartleistungen, taktische Umstellungen und eine nach wie vor brandgefährliche Offensive sind nur einige Bausteine des Bremer (Zwischen-)Hochs. Trotz einiger Ausfälle – man denke nur an Fritz, Gnabry und Sané – wirkt Werder ungewohnt stabil, auch wenn in einigen Spielen (man denke nur an das Gastspiel in Wolfsburg) gewaltiges Glück den Erfolgsweg begünstigte.

Trotz aller systemischen Gründe werden Erfolge und Misserfolge immer auch personalisiert. Lässt man sich auf diesen gesellschaftlichen und medialen Automatismus ein, dann führt an Thomas Joseph Delaney kein Weg vorbei. Mit dem Neuzugang vom FC Kopenhagen hielt neue Stabilität in der Bremer Defensive Einzug. Neben enormer Laufleistung und Übersicht strahlt Delaney vor allem Einsatzwillen und ein im Bremer Zentrum bis dahin vakantes Spielverständnis aus. Dazu hat Delaney spätestens beim Auswärtssieg in Freiburg gezeigt, dass er auch weiß, wo das Tor steht.

Vielleicht kommt seine kleinere Muskelverletzung für Werder trotz des bitteren, kurzfristigen Fehlens gerade recht, ehe das Zwei-Millionen-Schnäppchen aus Dänemark noch weitere Begehrlichkeiten weckt. Mussten es früher mindestens zwei herausragende Spielzeiten sein, um den Fokus großer Vereine auf sich zu lenken, sind Bundesligaspieler heute nach wenigen guten Partien im Visier ambitionierter Klubs und umtriebiger Vermittler. Das ist im Fall des 25-jährigen Dänen nicht anders. Man kann für Werder nur hoffen, dass der Klub bei der Verpflichtung des skandinavischen Nationalspielers, der auch einen amerikanischen Pass besitzt, eine hohe Ablösesumme für den Fall des vorzeitigen Vertragsausstiegs vereinbart hat. Dänische Titel in Meisterschaft und Pokal sind sicherlich nicht die einzigen Trophäen, auf die der Mittelfeldspieler am Ende seiner Karriere verweisen möchte. Insofern muss Werder mittelfristig europäisch spielen oder den DFB-Pokal holen, um Leute von Kaliber eines Thomas Delaney länger als eine Spielzeit halten zu können. Jeder Erfolg von heute kann sonst den Abschied von morgen bedeuten.

Dieser Beitrag wurde unter Bundesliga abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.