Ich habe gerade Radio gehört. Thema: Gehört Gewalt zum Fußball?

Wie kommen die Leute darauf, dass Gewalt zu einer Sportart gehört? Warum bringt man Fans in Verbindung mit Gewalt? Hooligans, Ultras, Fans, Gewalt, Fanprojekte, usw. Begriffe, die in den Raum geworfen werden, aber wie…

Warum diskutiert man jetzt und bietet einem Konzern eine Plattform für sein Marketing?
Die Strategie ist schon einmal aufgegangen. Es ist doch klar, dass ein künstlicher Verein polarisiert. Das Magazin 11freunde hat der Thematik nicht umsonst ein ganzes Helft gewidmet. Es gibt auch politische Parteien die polarisieren, bei deren Parteitagen demonstriert wird und es zum Teil zu Ausschreitungen kommt. Sind dadurch Parteitage Veranstaltungen, die zwangsläufig zu Gewalt führen?
Polarisierung und Provokation jeglicher Art sollte keine Entschuldigung für Gewalt sein. Jegliche Gewalt ist zu verurteilen!

Auch wenn es ausgelutscht ist und damit nichts gerechtfertigt werden soll… Hier kommt das mittlerweile klassische „aber“ bekannt aus sozialen Plattformen, die hier nicht genannt werden sollen. Bei aller Diskussion sollten Relationen bekannt und bewusst sein. Also wie viele Menschen, Fans, gehen am Wochenende deutschlandweit ins Stadion und zu wie vielen Gewalttaten kommt es?

Wie viele Menschen besuchen Volksfeste wie das Oktoberfest, den Karneval, Schützenfeste oder was für Veranstaltungen auch immer mit vielen Leuten, etwas Alkohol und vielleicht auch ein paar Emotionen und was passiert dort?

Ist eine solche Diskussion „Gehört Gewalt zum Fußball“ nicht ein Schlag ins Gesicht für diejenigen, die sich, egal ob ehrenamtlich oder hauptamtlich, als Sozialarbeiter, Helfer, Betreuer, in Fanprojekten oder auch in wissenschaftlichen Forschungsprojekten zu professionellen Lösungsansätzen, engagieren und tätig sind um gerade diese Gewalt zu bekämpfen (friedlich versteht sich)? Was ist mit den Fanclubs und nicht organisierten Fans, die sich engagieren, die Zivilcourage zeigen, egal ob sie kontinuierlichen Einsatz zeigen oder in der Kurve kommunizieren, dass sie mit bestimmten Aussagen, Bannern, Gesängen nicht einverstanden sind oder bei so etwas einfach nicht mitmachen…. Man sollte nicht unterschätzen, was es mit einem macht, wenn man in der Menge untergeht und wie einfach es ist, dann mal etwas in Richtung Spielfeld zu schreien, was einem sonst nie über die Lippen kommen würde.

Und was für eine Rolle spielt dabei der DFB? Er hat einem Verein erlaubt, sein Wappen so geringfügig zu verändern, dass die Verbindung zwischen Vereinswappen und Produktlogo so offensichtlich ist, wie es nur sein kann. Dies natürlich in Erwartung der Reaktionen, die nun auch regelmäßig sanktioniert werden. Auch hier soll gesagt sein, so Grenzen überschritten werden, wenn es zu Gewalt kommt, ist eine Sanktionierung gerechtfertigt!
Ich denke nicht nur der Fußballromantiker ist hier zu tiefst enttäuscht, weil es den Anschein hat, dass es doch nur um den ungeliebten Kommerz geht, den der Fan gerne auf dem gekauften Fanartikel auf der Brust vor sich her trägt.

Vereine sollen ihr Geld machen. Der DFB lässt die Meister der Regionalligen weiter nicht direkt aufsteigen, weil das Geschäft erst in der 3. Liga anfängt. Fans sind Menschen und es wird zu verbalen Entgleisungen kommen. Es wird leider auch zu Gewalt kommen. Fans, Ultras, Hooligans sind nicht das gleiche.
Aber und das ist der Apell: Verhältnismäßigkeit ist nichts Schlimmes. Ein bisschen mehr Differenzierung und ein bisschen weniger Pauschalisierung hat noch niemandem geschadet. Gewalt gehört nicht zu Fußball! Wie kann Gewalt im Umfeld von Fußballspielen verhindert werden? Gute Frage, sollte man mal drüber sprechen!

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