Tor des Monats August 2016: Niklas Moisander

Viele Gegentore musste die Abwehr von Werder Bremen in den letzten Jahren hinnehmen. Selbst mit Naldo und Per Mertesacker kassierte das Team Gegentore ohne Ende – zog aber mehrfach in die Champions League ein. Diese Dauerschwäche in der Hintermannschaft zeigt: Die Flut an Gegentoren liegt nicht nur an der Qualität der Verteidiger, speziell von denen in der Mitte, sondern auch am System, welches die Offensive zulasten der Defensive stärkte oder dem Gegner durch eine anfällige Spielanlage und zu große Abstände zwischen den Ketten unnötige Räume überließ und es bis heute tut. Nach den Abgängen von Vestergaard, Galvez oder Djilobodji hat Werder sich eine komplett neue Innenverteidigung zulegen müssen. Mit Rückkehrer Caldirola und den neuen Innenverteidigern Diagne, Sané und Moisander wollte Werder einen Neustart in der Defensive einleiten- mit viel Erfahrung und Klasse. Diese neue Verteidigung muss sich natürlich erst finden.

Die ersten beiden Spiele – im Pokal in Lotte und in der Liga in München – haben gezeigt, dass hier nach wie vor die größte Baustelle der Grün-Weißen herrscht. Während mit dem nun verletzten Kruse und Rio-Entdeckung Gnabry neue Qualität für die Offensive verpflichtet wurde, scheint die letzte Reihe wieder zur Achillesferse der Bremer Elf zu werden.

Sinnbild hierfür ist für mich Niklas Moisander. Der Neuzugang aus Genua verfügt über große internationale Erfahrung. Trotzdem ließ er sich im Pokal gegen Regionalligameister Sportfreunde Lotte abkochen wie ein Kreisligist. Die Unsicherheit ließ den Finnen auch beim ersten Bundesligaspiel in München auf die Bank rotieren. Wenige Tage später führte der ehemalige Ajax-Spieler die finnische Nationalelf in Möchengladbach beim Spiel gegen Deutschland auf das Feld. Auch hier zeigte sich der 30-Jährige als Wackelkandidat. Schwächen im Zweikampf und ganz besonders in der Spieleröffnung fielen deutlich ins Auge. Fehlpass reihte sich an Fehlpass. Als Werder-Fan und beim Blick auf die Vita des Finnen mag man hoffen, dass der leistungshemmende Knoten Moisanders an der Weser schnell durchschlagen wird. Im August ist Moisander jedoch der „Tor des Monats“ – ein Sinnbild für den langjährigen Umbruch bei Werder, der einfach nicht zur Besserung zu führen scheint.

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