Nationalmannschaft: Dem Kruse eine Chance – mindestens

Nutella zum Frühstück, nachts in Berlin pokern und viel Bargeld im Taxi verlieren, Bilder vom Handy einer Journalistin löschen, ein Nacktvideo von sich drehen: Was VfL Wolfsburg-Profi und Nationalspieler Max Kruse gemacht hat, muss man nicht gut finden. Strafrechtlich relevant ist es jedenfalls nicht. Und auch moralisch sollte man sich vor einem allzu harten Urteil hüten.

Wer hat in seinem Leben nicht schon einmal über die Stränge geschlagen? Der oder die werfe den ersten Stein. Natürlich müssen Nationalspieler aufgrund ihrer Vorbildrolle mit ihren Freizeitaktivitäten zurückhaltend gegenüber den Öffentlichkeit sein. Leistungssportler müssen ein Stück weit enthaltsam sein – bei Ernährung, Alkohol, Glücksspiel, Sexualleben und schlechtem Umgang. Gleichwohl sprechen wir bei Profis wie Max Kruse von jungen Erwachsenen, die aufgrund der Pflichten und Anforderungen ihrer Karriere ohnehin auf fast alles verzichten, was Heranwachsende und junge Erwachsene so tun: Party, Alkohol, Joint etc. sind tabu. Wer will einem Jungstar daher verübeln, mal über die Stränge zu schlagen? Ich nicht. Raser Joachim Löw, der schon dem führerscheinlosen Marco Reus eine Chance gab, sicher auch nicht. Als Denkzettel mag Löws Entscheidung, auf Kruse vorerst im DFB-Team zu verzichten, gerade noch sinnvoll sein. Sportlich, pädagogisch und menschlich sollte Kruse schnell eine zweite Chance bekommen. Meinetwegen auch gern eine Dritte.

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