Montagsspiele der Bundesliga: Warum sportliche Gründe wenig überzeugend sind

Die geplante Einführung von Montagabend- und Sonntagmittagspielen zur Saison 2017/18 erhitzt derzeit die Gemüter vieler Fußballanhänger. Wie nähert man sich diesem Thema? Unterstellt man der Deutschen Fußballliga (DFL) einfach nur Gier nach weiteren Einnahmen, wie Benjamin Kuhlhoff vom geschätzten Fußballmagazin 11Freunde, oder seziert man das Interview von Christian Seifert mit der WELT, welches bei mir bei jeder gegebenen Antwort einen Strauß von Nachfragen aufgeworfen hat? Am besten blicken wir auf die Pläne der DFL und die Argumente ihres Befürworters Seifert und ihres Gegners Kuhlhoff.

Die DFL-Pläne
Wenn 2016 die neuen Übertragungsrechte veräußert werden, möchte die DFL neben den bekannten Anstoßzeiten zwei neue etablieren: Sonntagmittag um 13:30 Uhr und Montagabend um 20:15 Uhr. Betroffen sein sollen je fünf der 306 Saisonspiele. Das Montagsspiel der zweiten Liga bleibt bestehen, wird aber fünfmal zugunsten der Bundesliga auf den Sonntag ausweichen. Eines der Freitagsspiele der zweiten Liga wird ggf. auf den Samstag gelegt. Eine Verkürzung der Sportschau auf 45 Minuten steht ebenfalls im Raum.

Die Pro-Argumente
DFL-Geschäftsführer Christian Seifert bestreitet die Pläne für die neuen Anstoßzeiten öffentlich überhaupt nicht. Eine „Revolution“ seien die Pläne aber keineswegs, so Seifert. Die Idee dazu sei ausschließlich sportlich begründet: Um die an Donnerstagen antretenden Vertreter Deutschlands in der Europa League (Augsburg, Schalke, ggf. Dortmund und Leverkusen) mehr zu schonen, sei der Montag eine Alternative zum Samstag („Entlastungsspiele“). Der Montag sei auch ausgewählt worden, um den Sonntag zu entlasten, der weiterhin dem Breitensport gehören solle. Die Entscheidung seine auch eine Abwägung zwischen den verschiedenen Interessen (Breitensport, Stadion- und TV-Zuschauer, Sponsoren, Medienpartner und Sicherheitsbehörden).

Die Contra-Argumente
Der DFL gehe es nur um finanzielle Gründe, so der 11Freunde Kommentar von Benjamin Kuhlenhoff. Der Ligaverband überdrehe die Schraube bei seinem „Premiumprodukt“. Montagsspiele seien ein weiterer Sargnagel für die Bundesliga. Die neue Anstoßzeit am Sonntag gelte den Auslandsmärkten, die die Bundesligisten mit immer weiteren Trainingslagern, Testspielen und Dependancen erschließen wollten. Die Vermarktungseinnahmen der englischen Premiere League in Höhe von 3,1 Milliarden im Jahr (zum Vergleich: die Bundesliga erlöst 628 Millionen Euro pro Saison) seien nicht erstrebenswert, weil dort nur noch vier Teams die Chance auf den Titel hätten. Es gelte, vielmehr gesunde Klubs und die lebendige Fankultur zu erhalten. Neue Anstoßzeiten seien dem eher abträglich.

Mein Fazit
Mich überzeugen die meisten der von beiden Seiten vorgebrachten Argumente nicht. Trotzdem bin ich für den Status Quo und gegen eine neue Anstoßzeit zum Sonntagsmahl und Montagabendspiele der ersten Liga.

Meine Begründung
1. Terminlage
Das Hauptargument der DFL wird im Kommentar von 11Freunde komplett ignoriert: DFL-Chef Seifert gibt nämlich vor, die deutschen Europa Legaue-Teilnehmer entlasten zu wollen, die donnerstags international spielen. Sie müssten dann nicht „Samstagnachmittag“ ran. Wofür wurden denn die Sonntagsspiele eingeführt? Genau für diesen, seit Jahren bekannten Fall der internationalen Partien am Donnerstag. Zwischen dem Abpfiff am Donnerstag um 22:45 Uhr und dem Anstoß am Sonntag um 15:30 Uhr liegen immerhin knapp 65 Stunden. Ich habe hier bewusst mehr als zwei Europa-League-Teilnehmer angenommen. Ansonsten wären es sogar knapp 67 Stunden bis zum Anpfiff am Sonntag um 17:30 Uhr. Umkehrt sind es vom Abpfiff des geplanten Montagsspiels bis zum Anpfiff am Donnerstag in der Europa League auch nur 72 Stunden. Natürlich liegen zwischen den internationalen Hin- und Rückspielen gemäß UEFA-Rahmenspielplan immer 14 Tage. Daher wird auf ein Montagsspiel nach einem Donnerstagsspiel kein erneutes Donnerstagsspiel fallen. Gleichwohl müssten aber der Sonntagnachmittag und -abend als Ausweichtermin in der Bundesliga reichen.

Spielt etwa Bayern samstags und dienstags (nicht unüblich), so hätte das Team auch nur 75 Stunden Verschnaufpause. Viel mehr Spielraum gibt es im engen Rahmenkalender der UEFA und einer 18er Bundesliga ohnehin nicht. Wenn man also an das Grundsatzproblem herangehen möchte, so müsste man über die UEFA an die Gestaltung des Rahmenkalenders herangehen (weniger Spielrunden und Teams in internationalen Wettbewerben bzw. Länderspielen, kürzere Sommerpausen in Nicht-EM- oder WM-Jahren etc.).

2. Der Sonntag gehört den Amateuren
Christian Seifert sagt, man plane die fünf Montagsspiele, um die Amateurmannschaften zu entasten. Er meint damit: Millionen Freizeitkicker spielen in Ihren Klubs primär am Sonntag. Dieser Tage müssten dem Breitensport gehören. Dabei spielen am Sonntag doch schon die Zweitligateams mittags, danach die Bundesliga um 15:30 und 17:30 Uhr. Der Sonntag ist damit komplett mit Spielen der 1. und 2. Bundesliga belegt. Rücksicht auf den Breitensport sieht anders aus. Zudem spielen viele Amateurklubs samstags.

Fünf Montagsspiele im Jahr sind keine Entlastung des Breitensportsonntags. Das Argument scheint vorgeschoben. Gäbe es keinen so ausgeprägten Breitensport, hätten wir dann bald zehn Montagsspiele oder mehr pro Saison? Und wenn zugleich die Donnerstagskicker der Europa League die Entlastung so bitter nötig haben, dass es auf jede Stunde ankommt, warum setzt man dann keine weitere Partie sonntags um 17:30 Uhr an? Dem Breitensport könnte es egal sein, da es nur um fünf Partien geht und die Freizeitkicker ohnehin meist vormittags antreten. Die Europa League-Spieler hätten größere Pausen als bei einem Anpfiff um 13:30 Uhr und der für Gästefans unangenehme Montag wäre gar nicht nötig.

Es wird eine Sache deutlich: Die neue Anstoßzeit am Sonntagmittag nützt niemandem in Deutschaland – sie dient offenkundig dem Ziel erhöhter Auslandsvermarktung. Die Zeitumstellung macht andere Anstoßzeiten notwendig. Das permanente Theoretisieren von DFL und Vereinen über das Erschließen neuer Märkte ergibt so einen Sinn. Das ist alles legitim, sollte dann aber auch offen gesagt werden.

3. Montagsspiele erreichen mehr Fans?
Christian Seifert bringt verschiedene Gruppen ins Spiel, denen es ein Anliegen sei, sonntagmittags und montagabends zu spielen. Den Sponsoren und Medienpartnern dürfte es ein Anliegen sein, mehr Menschen zu erreichen. Ob das mit weiteren Anstoßzeiten gelingt, ist unklar. Spanien hat zum Beispiel zehn verschiedene Anstoßzeiten am Spieltag, die Bundesliga erzielt aber trotzdem mehr Umsatz als Primera Division (Quelle jeweils WELT-Interview mit Seifert). Einschub: Richtig bitter ist, dass Seifert keinen Einbruch der Gästezahlen im spanischen Fußball trotz der divergierenden Anstoßzeiten sieht. Die Spanier fahren bekanntermaßen ohnehin selten zu Auswärtsspielen. Die deutsche und spanische Reisekultur lassen sich also überhaupt nicht vergleichen, die Auswirkungen neuer Anstoßzeiten mithin auch nicht.

Zurück zu den Einnahmen durch TV-Gelder: Die Premiere League erzielt fünfmal so viele Einnahmen durch die TV-Vermarktung im Jahr wie die Bundesliga, jedoch primär aufgrund eines harten Wettbewerbs zweier Anbieter (BT und BSkyB). Die Bundesligarechte erwirbt hierzulande seit Jahren Sky, auch wenn sich ab und ein an weiterer Anbieter auf den Markt traut, wie etwa die Telekom. Die englische Liga erreicht in der Auslandsvermarktung vielmehr Menschen als die deutsche Bundesliga. Das zeigen die Zahlen und das sieht man, wenn man im Ausland in eine Sportsbar geht. Ist die internationale Vermarktung aber das vorrangige Ziel der Sponsoren der Erstligisten? Bei Medienpartnern und internationalen Marken mag das sein. Die meisten Bundesligisten profitieren jedoch vom Sponsoring kleiner und mittlerer Unternehmen (neben dem fragwürdigen Sponsoring öffentlicher und halböffentlicher Unternehmen). Diesen kleinen und mittleren Unternehmen ist es wichtig, ihrem Verein zu helfen und sich in der Region verstärkt einen Namen zu machen. Diesen Sponsoren ist ein volles Stadion mit potentiellen Kunden sicherlich wichtiger als mehr Zuschauer in Asien. Die Interessenlage der Sponsoren ist also ambivalent.

Die Sicherheitsbehörden sind wahrscheinlich froh, wenn es keine zu starken Überschneidungen beim Fanreiseverkehr gibt. Ein Revierderby am Montagabend beim Einfall der Dunkelheit ist ihnen wahrscheinlich dennoch nicht lieb. Ein Spiel von Hamburg in Ingolstadt verursacht an einem Montag sicherlich deutlich weniger Personal- und Planungsauswand für die Polizei. Aber Moment: Der Montag gilt den Europa Legaue-Klubs und da haben beide Vereine erstmal nichts mit zu tun. Den Sicherheitsbehörden ist aber sicherlich nicht gedient, wenn jeden Tag in der Woche Bundesliga- oder Europapokalreiseverkehr ist. Andererseits würde das Montagsspiel der 2. Liga auf den Sonntag verlegt werden, wenn die erste Liga am Montag spielt. Daher bliebe die Belastung für die Polizei am Montag wohl ähnlich hoch bzw. niedrig. Im Zweifel ist der Polizei ein Zweitligaspiel am Montag sicherlich lieber als eine Bundesligapartie – wenn man sich den Aufwand anschaut. Die Sicherheitsbehörden dürften also unter dem Strich kein Freund der Montagsbundesligapartien sein.

Den Amateurfußball(er) dürfte eher der Sonntagmittag stören als der Montagabend. Den Stadionbesuchern, insbesondere den Gästefans, ist der Montag ein Dorn im Auge. In einer repräsentativen Umfrage für den Sportinformationsdienst (SID) sprachen sich aktuell 49 Prozent gegen die Pläne der DFL aus, nur 24% waren dafür. Für jeden Auswärtsfahrer sind englische Wochen schon blöd. Weitere Spiele unter der Woche sind zusätzlich ärgerlich, da man insbesondere für weite Fahrten Urlaub nehmen muss (Alternativen wie akutes Unwohlsein am Montagmorgen lassen wir hier außen vor). Während sich nahe Auswärtsziele am Freitag wegen vielfach frühem Dienstschluss noch realisieren lassen, wird es montags noch komplizierter. Die Zweitligafans unter uns kennen das Phänomen bereits. Kommen wir also zur Gruppe, die neben großen Sponsoren am meisten Gewicht in die Waagschale der DFL wirft: Die der Fernsehzuschauer, insbesondere die im weit entfernten Ausland. Seifert rechnet in der WELT die 360.000 Stadionbesucher pro Wochenende gegen die 15 Millionen Zuschauer vor den Bildschirmen auf. Das überzeugt nicht. Das Montagsspiel wird schließlich ein reines Pay-TV-Angebot werden. Leverkusens Sportchef Völler sieht darin schließlich auch ein „Zückerchen“ für Bezahlfernsehkunden. Ein Sky-Abo haben bis heute aber nur 4,28 Millionen Zuschauer – Tendenz steigend, obwohl sicherlich nicht jeder Abonnent das Bundesliga-Paket erworben hat. Mit 15 Millionen Zuschauern darf man also nicht kalkulieren – trotzdem sind zehnmal mehr Zuschauer am TV dabei als im Stadion. Dieser Gruppe schenkt Seifert besonderes Gewicht – auch wenn die Zufriedenheit der Stadionbesucher das langfristigere Investment ist, um in der Sprache der Fußballiga zu bleiben.

4. Die überdrehte Schraube
Bei aller Kritik an der Kommentierung der DFL-Pläne durch 11Freunde: Das Fazit der Fußballnerds ist im Ergebnis nicht falsch. Die DFL darf die Schraube am „Premiumprodukt“ Bundesliga nicht überdrehen. Wenn Tickets, Fanartikel, Stadionwürste und Biere immer teurer werden, die Stadien immer steriler und ähnlicher, die Rahmenprogramme und Fangesänge auswechselbarer, die Anstoßzeiten und staatlichen Gängelungen unannehmbarer (Alkoholverbote, Reduzierung der Gästetickets, verpflichtende Busanreisen, personalisierte Eintrittskarten, immer mehr Datenerhebungen von Fans, überbordende Videoüberwachung etc.), die Spieler und Funktionäre unnahbarer, die Vereinszugehörigkeit von Stars und Trainern kürzer und die Freiräume insbesondere für Jugend- und Subkulturen kleiner werden, dann wird der Bundesligafußball in der dargebotenen Form an Faszination abnehmen und insbesondere junge Leute weniger in seinen Bann ziehen. Genügend Gründe sind genannt, warum ich in den letzten Jahren immer mehr Spiele der dritten und vierten Liga im Stadion verfolgt habe als Partien der alten Liebe Bundesliga. Die DFL muss ganz genau gucken, dass sie an den Stellschrauben, die sie beeinflussen kann, nicht zu stark dreht. Ist die Schraube erstmal überdreht, fällt eine Regulierung des Schadens schwer. Kaputte Gewinde kann man nicht nutzen. Die Erfolgsgeschichte der Bundesliga samt der Erschließung neuer Zuschauerzahlen ist keine „never ending story“. Anstatt über neue Anstoßzeiten nachzudenken, sollte die DFL eher schauen, wie man sich in Zeiten der Digitalisierung besser vermarkten kann. Der Aufruf, die Schraube nicht zu überdrehen, ist übrigens kein Aufruf zur wirtschaftlichen Askese. Im Gegenteil: Es ist ein Aufruf zu mittel- und langfristigem Denken und Handeln. Nachhaltigkeit ist kein Gegensatz zur Ökonomie, vielmehr stammt der Begriff aus dem Wirtschaftsleben, nämlich aus der Forstwirtschaft. Wenn die Bundesliga dauerhaft erfolgreich sein möchte, muss sie attraktiv bleiben. Genau das ist aktuell ihr Problem.

5. Kein Wettbewerb unter Gleichen
Das Modell wirtschaftlich und sportlich gleichstarker Teams in der Bundesliga gab und gibt es nicht. Als Spielergehälter und Ablösesummen verboten bzw. stark beschränkt waren, lief im Schwarz- und Graubereich ab, was heute legal ist. Das Regelwerk des Fußballs hat sich der Realität angepasst. Heute gibt es eine große Differenz zwischen der wirtschaftlichen Potenz Bayerns und anderer Klubs gegenüber dem Rest der Liga, insbesondere gegenüber den Aufsteigern. Deshalb dreht sich die Diskussion immer wieder um die Verteilung der TV-Gelder. Diese richtet sich nach den sportlichen Leistungen der aktuellen Spielzeit und der Vorjahre. Während die kleineren Klubs der ersten Liga und die Zweit- und Drittligisten höhere Grundbeträge haben möchten, argumentieren Vereine wie Bayern umgekehrt. Sie würden mit ihrer Attraktivität besonders viel Geld in die Kassen spülen und damit erst die Umverteilung an kleinere Klubs ermöglichen. Sollte das System dazu führen, dass sie international weiter an Boden, vor allem gegenüber der Premiere League, verlieren, würden sie eine eigenständige Vermarktung ohne DFL anstreben. Beide Sichtweisen sind logisch. Die Frage ist, was man möchte: Deutsche Spitzenklubs, die international auf der finanziellen Höhe sind oder mehr Ausgeglichenheit in der Bundesliga? Schaut man sich die Differenzen innerhalb der Bundesliga zwischen den TV-Geldern an, so geht es zwar um viele Millionen, wahnsinnige Disparitäten herrschen aber eher zwischen den Vermarktungseinnahmen von Bundesliga und Premiere League als in dem Verteilungsschlüssel innerhalb der ersten deutschen Liga. Englische Teams dominierten übrigens in den letzten Jahren die internationalen Wettbewerbe nicht so, wie es ihre Milliardeneinnahmen erwarten ließen. Geld schießt eben nicht automatisch Tore, die Klubs und Trainer müssen die Mittel auch vernünftig einsetzen. Wenn der Augsburger Geschäftsführer Peter Bircks kritisiert, Cardiff City erhalte mehr TV-Gelder als Bayern München, so frage ich ihn: Und warum sind die Bluebirds dann noch keine große Nummer im europäischen Fußball (ein Halbfinaleinzug im Europapokal der Pokalsieger 1968 lassen wir hier mal außen vor)? Sie müssten es spätestens in wenigen Jahren sein.

Es ist übrigens merkwürdig, dass 11Freunde-Autor Kuhlenhoff an der finanziell besser gestellten Premiere League kritisiert, dass dort vier Teams die Meisterschaft unter sich ausmachten. Was sollen wir in Deutschaland zur Dominanz der Bayern sagen?

Seifert lässt ebenfalls kein gutes Haar an den Einnahmen der Premiere League. Sie führten aus seiner Sicht zu Fehlentwicklungen, da sich junge englische Talente nicht entfalten könnten. Im Zweifel werde eher ein teurer Transfer aus dem Ausland geholt, als einen jungen Spieler mit Geduld zu entwickeln. In eine ähnliche Richtung argumentiert Kuhlenhoff, der permanent Kaufpreise über dem Marktwert beobachtet, ohne diese These zu belegen. Wenn beide rechthaben, steht es um die Bundesliga doch gar nicht so schlecht. Und nacheifern sollte man dem Modell Premiere League daher auch nicht. In der englischen Liga hat sich aufgrund der teuren Tickets und der Versitzplatzung infolge der großen Stadionkatastrophen in Hillsborough und Heysel eine deutliche Verschlechterung der Stimmung breitgemacht. Nicht zuletzt deshalb schaut man auf der Insel mit großer Sehnsucht auf Stehtribünen und Dauersupport in deutschen Stadien.

Interessant ist übrigens, dass Kuhlenhoff mehr echten Wettbewerb im Fußball fordert, 11Freunde aber viele kommerzielle Ideen von Vereinen auf die Schippe nimmt, obwohl genau solche Instrumente logischer Bestandteil von Wettbewerb und Vertragsfreiheit sind.

6. Zumutungen für Gästefans
Absurd ist das Montagsspiel der ersten Liga noch aus einem weiteren Grund. Seifert argumentiert, ein Zweitligaspiel vom Freitag auf dem Samstag legen zu wollen, um die Rahmenbedingungen für Gästefans zu verbessern. Gleichzeitig möchte er Montagsspiele einführen, welche das Problem noch verschärfen würden. Das Argument gilt auch, obwohl 17 verlegte Zweitligaspiele und „nur“ fünf Montagsspiele der Bundesliga im Raum stehen.

7. Tägliche Dosis Fußball
Ich liebe Fußball und schaue gern viele Spiele live im Stadion, alternativ auch häufig im Fernsehen. Wenn wenige Spiele live gezeigt werden, freut man sich über jedes Spiel, dass komplett übertragen wird, umso mehr. Sind aber jeden Tag Spiele, so verliert der Fußball an Attraktivität. Wer möchte, kann aber in der Saison fast jeden Tag Fußball ab Liga zwei aufwärts sehen: Montags die 2. Liga, dienstags und mittwochs die Königsklasse, donnerstags die Europa League, die für mich immer noch der UEFA-Cup ist, freitags, samstags und sonntags schließlich die die 1.und 2. Bundesliga. Mit Dauerpräsenz erzeugt man irgendwann Langeweile. Das sollten die Strategen der DFL im Auge haben. Überlegungen, wie von Schalkes Finanzvorstand Peter Peters angestellt, die Bundesliga, wie in England auch am 2. Weihnachtsfeiertag spielen zu lassen, sollte man sich daher verkneifen – selbst wenn man nicht religiös argumentiert.

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