Über Werders Weg wird an der Elbe entschieden

Nach dem schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte – und damit noch mieser als in der einmaligen Abstiegssaison – hat der SV Werder Bremen nun einen neuen Trainer. Dieser wiederum ist ein alter Bekannter. Victor Skripnik, in Bremen während seiner aktiven Laufbahn in Grün-Weiß von den Stadionsprechern Christian Stoll und Arnd Zeigler als „Beckham der Ukraine“ betitelt, übernahm das Ruder. Ihm assistieren der „Lutscher“ (O-Ton Andreas Herzog) Torsten Frings, und die Ex-Torleute Florian Kohfeldt und Christian Vander.

Mit dem Sieg im Pokal in Chemnitz, die vorher Mainz 05 aus dem Wettbewerb geworfen hatten, beendete Skripnik den Dauerpessimismus an der Weser. Der nach unterirdischer erster Hälfte glückliche Sieg in Mainz und der erste Heimsieg gegen den erschreckend harmlosen VfB Stuttgart haben gezeigt, dass man Werder in dieser Spielzeit nicht zu früh abschreiben sollte.

Gleichwohl hat die Mannschaft in der laufenden Saison spielerisch noch kein Bundesligaspiel über die gesamten 90 Minuten überzeugt. Vielmehr wechselten sich zweit- und erstklassige Phasen ab. Für den Klassenerhalt, und um mehr kann es für Werder in dieser Saison nicht gehen, braucht der Klub mehr Konstanz. War man in Bremen in den letzten Spielzeiten mit dem Niemandsland der Tabelle total unzufrieden, wäre man damit in dieser Saison überglücklich.

Ein System kann man bei Victor Skripnik noch nicht erkennen. Das Team scheint aber neuen Mut und neues Selbstbewusstsein entwickelt zu haben. Aus einer dichten Defensive heraus will Werder anscheinend schneller umschalten. Darüber hinaus wurden offenkundig Standardvarianten wie beim Treffer zum 2:0 gegen Stuttgart geübt, wo der Ex-Kieler Bartels eine flach auf den Elfmeterpunkt getretene Ecke verwandelte. Gegen andere Gegner leitete man so perfekte Konter ein. Welches System und welche Taktik Skripnik wirklich vorschwebt und umsetzen kann, wird erst in ein paar Spielen zu sehen sein. Wichtigster Gradmesser wird das nächste Bundesligaspiel nach der Länderspielpause sein. Dann geht es zum Tabellennachbarn südlich von Schleswig-Holstein. Dieses Sechs-Punkte-Spiel darf Werder nicht verlieren. Sonst gehen Selbstzweifel und Probleme erst wieder richtig los. Zudem würde der HSV den SV Werder dann in der Tabelle überholen. Noch ein Schreckensszenario mehr.

Dieser Beitrag wurde unter Bundesliga abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.