Hinterher hat man’s manchmal vorher gewusst

Mit diesem Blogeintrag möchte ich einerseits Selbstkritik üben, andererseits und vor allem jedoch denen ein Kompliment aussprechen, die auch schier unmögliche Dinge – frei nach Horst Evers – hinterher schon vorher gewusst haben. Und dies etwa zum Anlass genommen haben, als HSV-Fans zum Auswärtsspiel nach Dortmund zu fahren. Mit Regionalzügen. Und unerschütterlicher Zuversicht. Oder, um einfach mal wieder rauszukommen. Egal: Belohnt wurden sie mit dem 1:0-Auswärtssieg so oder so.

Mein Schwager Andre zum Beispiel ist einer der engagiertesten HSV-Fans, die ich kenne. Er hat seit etlichen Jahren eine Dauerkarte für die momentan Imtech-Arena heißende Arena und fährt auch gern mal mit zu Auswärtsspielen (auch internationalen, als es das beim HSV noch gab). Und heute ging es nach Dortmund. Auch, wenn er diese Aktion vor dem Spiel auf Facebook mit einem nicht ganz ernst gemeinten „Auf geht’s zum ersten Dreier“ kommentierte: Hinfahren und damit Zeit und Geld investieren muss man trotzdem erst mal.

Mehr als 7.000 weitere tapfere HSV-Anhänger hatten sich nach Vereinsangaben in die Dortmunder Arena getraut und wurden tatsächlich damit belohnt, den ersten Erfolg der Saison live miterleben zu dürfen. Wer da schon vorher von Auswärtssieg gesprochen hatte, konnte sich nun ausnahmsweise hinterher mal so richtig feiern lassen. Wenn man lange genug dabei bleibt, muss das ja auch beim HSV irgendwann mal klappen. Und Meckerköppe, die offenbar nur ins Stadion gehen, um sich bereits vor dem Spiel lautstark und in den schönsten Farben schon mal prophylaktisch die Innenstädte von Aalen und Sandhausen auszumalen, gibt es wirklich genug. Hinzu kommt, dass der Auswärtssieg angesichts des starken Einsatzes der Hamburger nicht unverdient war – da gilt als Ausrede auch nicht das Champions-League-Spiel der Dortmunder unter der Woche.

Ich habe dem HSV übrigens gegen Dortmund diesmal so viel zugetraut, dass ich im Tippspiel nicht wie üblich bei Gegnern dieses Kalibers ein diplomatisches 1:1 eingetragen habe. Nein, weil ich für ein HSV-Spiel auch mal Punkte bekommen wollte, habe ich stattdessen auf ein schnörkelloses 3:0 für Dortmund getippt. Ich schäme mich. Vielleicht ist aber noch der Hinweis darauf erlaubt, dass selbst die Live-Ticker-Schreiber auf hsv.de die 12. Minute überrascht mit „Guck an! Die erste gute Torraumszene gehört dem HSV“ kommentiert haben.

Dieser Beitrag wurde unter Bundesliga, Spieltaganalyse abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.