Regionalliga-Abstieg und Bundesliga-Relegation: Die Trainerlaufbahn von André Breitenreiter

Als Fußballprofi von Hannover 96 und dem Hamburger Sportverein sowie als DFB-Pokalsieger von 1992 machte er sich einen Namen. Nach der Karriere im Fußballoberhaus mit den weiteren Stationen Wolfsburg und Unterhaching war André Breitenreiter noch einige Jahre im Amateurfußball aktiv. Mit 28 kickte er in seiner Heimat Langenhagen, ehe er für Hessen Kassel, vier Jahre an der Kieler Förde und beim BV Cloppenburg die Fußballschuhe schnürte. Seine aktive Karriere beendete der einst als Stürmer, dann im Mittelfeld eingesetzte Breitenreiter beim TSV Havelse.

Breitenreiter vollzog umgehend den Seitenwechsel vom Spieler zum Trainer. Er trainierte in seiner Heimat die Jugend vom TuS Altwarmbüchen, eher er bei seinem Ex-Club TSV Havelse in Garbsen anheuerte. Der als FC Pelikan Havelse gegründete Verein war, heute in Vergessenheit geraten, in der Spielzeit 1990/91 unter Aufstiegstrainer Trainer Volker Finke sogar ein Jahr lang in der 2. Bundesliga vertreten. An alte Erfolge anzuknüpfen war auch das Ziel, welches mit der Verpflichtung von Breitenreiter verfolgt werden sollte. Der zwischenzeitliche Abstieg in die Landesliga Hannover im Jahr 2002 nebst großer finanzieller Sorgen sollte nur eine kurze Episode für den TSV bleiben. Breitenreiter übernahm die Elf vom Wilhelm-Langrehr-Stadion in der Regionalliga, in die er sie als Spieler mit seinen Leistungen selbst katapultiert hatte. Als der Ex-Profi die Mannschaft aus der Region Hannover übernahm, befand sich diese in akuter Abstiegsnot. Breitenreiter konnte den sportlichen Abstieg nicht verhindern. Obwohl die TuS Koblenz trotz finanzieller Probleme die Lizenz für die Regionalliga West erhielt, blieb den Sportfreunden Lotte der vom DFB geplante Umzug in die Regionalliga Nord erspart. Der Westen stockte seine Staffel auf 19 Teams auf und im Norden durfte der sportlich beste Absteiger doch in der Regionalliga verbleiben. Breitenreiters Truppe kam 2011 also mit einem blauen Auge und mithilfe von Verbandsentscheidungen davon.

Aus dieser prekären Situation zog der TSV Havelse offenkundig neue Motivation. In der folgenden Saison wurde man Tabellenfünfter und gewann den Landespokal, der zur Teilnahme am DFB-Vereinspokal berechtigt. Eine Runde überstanden die Garbsener im Pokal durch einen Überraschungserfolg gegen den Bundesligisten 1. FC Nürnberg. In der Spielzeit 2012/2013 spielte der TSV Havelse lange um den Meistertitel in der Regionalliga mit und profitierte erneut von einer Verbandsentscheidung. Durch die Insolvenz des FC Oberneuland wurde alle Ergebnisse der Elf aus Bremen nachträglich annulliert und der TSV Havelse, der gegen Oberneuland vier Punkte liegen ließ, rückte noch dichter an Tabellenführer Holstein Kiel heran. Die Garbsener verloren an der Förde jedoch am letzten Spieltag mit 2:1 das Spiel und damit die Berechtigung zur Teilnahme an der Relegation zur eingleisigen 3. Liga. Havelse und Breitenreiter machten sich durch die Erfolge jedoch wieder einen Namen.

Der SC Paderborn war es, der Breitenreiter daraufhin verpflichtete. Kurz vor dem Ende der aktuellen Zweitligaspielzeit steht der Coach mit seiner Elf auf dem Relegationsplatz zur ersten Bundesliga. Wer weiß, ob der ehemalige Profi somit vielleicht nicht schon bald Entscheidungsspiele gegen seinen Ex-Klub von der Elbe bestreiten muss.

Der Blick auf die Vita Breitenreiter zeigt es: Im Fußball liegen zwischen Regional- und Bundesliga manchmal keine Welten, sondern nur wenige Monate.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.