Jubel statt Fairplay? Vom Phantomtor in Sinsheim.

Freitag, Flutlicht, Bundesliga und eine seltsame Situation rund um die 70. Minute bei der Partie Hoffenheim gegen Leverkusen. Bayer-Angreifer Kießling köpft eine Flanke an das Außennetz des Hoffenheimer Tores. Er greift sich an den Kopf und trauert der vergebenen Chance vor den Augen von Bundestrainer Löw nach. Dann liegt der Ball aber doch im Tor. Durch eine aufgerissene Masche bahnt sich der Ball den Weg durch das Außennetz in das Tor. Die Leverkusener Spieler beginnen das Jubeln, Schiedsrichter Dr. Brych zeigt zum Mittelkreis. Er entscheidet auf Tor. Die Assistenten intervenieren nicht. Auf Sky schießt sich der Reporter auf den Unparteiischen ein.

Natürlich haben weder Schiedsrichter noch Assistenten die Situation richtig bewertet. Mindestens so schlimm ist aber, dass sich weder Leverkusens Kapitän Rolfes noch Angreifer Kießling für Fairplay statt Torjubel entschieden haben. Anstatt Dr. Brych auf das Nichttor hinzuweisen, bejubeln beide wider besserer Sehkraft den vermeintlichen Treffer. Da die Werkself zudem bereits in Führung lag und das Spiel weitgehend überlegen gestaltete, wären die Konsequenzen des Torverzichts begrenzt gewesen.

Unzweifelhaft haben Dr. Brych und Team mit dem fälschlicherweise abgepfiffenen Treffer von Hoffenheim zum 1:1, dem Nichttor von Leverkusen zum 2:0 und dem unberechtigten Strafstoß für die TSG beim Stand von 0:2, der einer Konzessionsentscheidung gleichkam, gleich mehrfach deutlich danebengelegen. Mit etwas Anstand und Größe der Leverkusener Offensivabteilung wäre zumindest die krasseste Fehlentscheidung an diesem denkwürdigen Abend folgenlos geblieben.

Erinnerungen an das Phantomtor von Thomas Helmer im Spiel Bayern gegen Nürnberg wurden wach. Das damalige Wiederholungsspiel brachte für den Club mit 0:5 allerdings seinerzeit keine Ergebnisverbesserung.

PS: Dieser Artikel entstand ohne die Interpretationen der Beteiligten in den Interviews nach dem Schlusspfiff. 

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