Mal wieder: Neuanfang beim HSV

So, langsam wird es nun auch mal Zeit, hier auf den neuen HSV­-Trainer einzugehen. (Ein Satz, den man mit schöner Regelmäßigkeit alle paar Monate bis zwei Jahre äußern könnte.) Einen Punkt gab es gestern beim 2:2 in Frankfurt. Dieser ist allenfalls in Teilen Bert van Marwijk anzurechnen, hatte er zuvor doch erst eine Trainingseinheit geleitet. Die Chance auf einen Neuanfang gibt es trotzdem – mal wieder. Und das nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern leider auch im Radio. Ausnahmsweise einmal nicht beteiligt: Investor Klaus-Michael Kühne.

Was lässt sich aus dem ersten Spiel unter dem neuen Trainer ablesen? Wenn man mal ehrlich ist, gar nichts. Auch im ersten Spiel von Trainer Thorsten Fink gab es im Oktober 2011 ein Unentschieden, auch damals hatte schon vorher unter den Interimstrainern Cardoso und Arnesen ein leichter Aufwärtstrend eingesetzt, nachdem der erfolglose Michael Oenning gehen musste. So richtig kam der HSV aber in den folgenden zwei Jahren bekanntlich nicht von der Stelle. Auch gestern war wieder einiges an Schusseligkeiten im Spiel der Hamburger zu beobachten, mindestens zweimal war schlicht Glück im Spiel, da Torschüsse der Eintracht ihr Ziel nur um Zentimeter verfehlten. Immerhin: Zweimal in Rückstand geraten und wieder ausgeglichen – das war zumindest zweimal mehr als zu Hause gegen Bremen.

Bert van Marwijk selbst stuft das Frankfurt-Spiel auf hsv.de diplomatisch als „gute Basis für die nächsten Partien“ ein. Der ehemalige Bondscoach weiß natürlich auch, eine einigermaßen konstante Auswärtsleistung in einem Spiel macht noch keinen Aufwärtstrend – sonst wäre der HSV nach dem ähnlich soliden 3:3 im Schalke-Spiel am ersten Spieltag nicht schon gleich wieder dahin abgestürzt, wo er eigentlich schon seit zwei Jahren nicht wirklich rausgekommen ist. Und obwohl die Gegner der ersten sieben Spieltage mit Ausnahme von Eintracht Braunschweig alle nicht unbedingt dankbar waren – leichter wird es in den kommenden Wochen bestimmt nicht: Am nächsten Spieltag geht es erst mal gegen den 1. FC Nürnberg, einen direkten Konkurrenzen in der (traurig, aber immer noch wahr) Abstiegszone.

Investor Klaus-Michael Kühne, sonst nie um eine öffentliche Meinung zum aktuellen Vereingeschehen verlegen, hat diese Woche in einem unerwarteten Moment der Einsicht öffentlich kundgetan, sich aktuell erst einmal nicht mehr öffentlich zum HSV äußern zu wollen. Wie lange Kühne das aushält und die Anrufe der einschlägigen Sportpresse eisern wegdrückt, bleibt abzuwarten. Ein Hamburger Privat-Radiosender jedoch konnte angesichts der Verpflichtung des neuen Trainers nicht an sich halten: Nachdem die Programmverantwortlichen den Hörer schon mit einer „Comedy“ über Rafael van der Vaart und seine Noch-Ehefrau Sylvie zum müden Gähnen gebracht hatten, gibt es dort jetzt auch eine über Bert van Marwijk. Im Wesentlichen werden O-Töne von van Marwijk zusammengeschnitten mit, man ahnt es, Sprüchen von Ernie aus der Sesamstraße. Ernie und Bert – na, da hatte das Kreativteam ja mal einen besonders originellen Tag. Wer auf so was steht, hat bis zu einem möglichen zweiten Saisonsieg des HSV zumindest was zu lachen.

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