Hrgota und der Lupfer des Grauens

Als Branimir Hrgota zum Elfmeter in Darmstadt antrat, hatte ich nur einen Gedanken: Nein, er wird doch nicht schon wieder chippen… Doch, genau das tat er. Und scheiterte kläglich an der Latte. Gladbach war raus aus dem DFB-Pokal, das Gute und in diesem Fall Darmstadt hatten gesiegt.

Das mag sich aus meinem Munde, nämlich aus dem eines Gladbach-Fans, merkwürdig anhören. Aber es wäre auch irgendwie schlimm gewesen, wenn diese unfassbar schwache Leistung mit dem Einzug in die zweite Runde belohnt worden wäre. Zwei Stunden lang hatten die Borussen den Ball in ihren Reihen und kamen dabei zu zwei etwas besseren Torgelegenheiten. Und die waren nicht mal richtig herausgespielt, sondern entstanden nach langen Bällen.

So konnte sich der Bundesligist glücklich schätzen, nicht ausgekontert worden zu sein und sich ins Elfmeterschießen gemogelt zu haben. Das hatte Darmstadt schon fast gewonnen. Doch dann parierte Marc-André ter Stegen den Versuch von Dominik Stroh-Engel. Der psychologische Vorteil lag nun eigentlich bei den Gästen.

Wenn es einen Moment gibt, in dem Arroganz nicht angebracht ist, dann ist es sicherlich beim zwölften Versuch während eines Elfmeterschießens bei einem im vergangenen Jahr sportlich abgestiegenen Drittligisten. Dass es überhaupt soweit kommen musste, ist peinlich genug. Dann aber noch die Dreistigkeit zu besitzen, die Kunststoffkugel butterweich in die Mitte des Tores zu lupfen, ist nicht zu fassen. Branimir Hrgota tat es dennoch (erlaubt ist ein solcher Schuss übrigens nur, wenn man die technischen Fertigkeiten eines Andrea Pirlo besitzt).

Sicherlich ist der junge Schwede nicht der Alleinschuldige an der Niederlage. Denn selbst, wenn er getroffen hätte, wäre Gladbach ja noch lange nicht weiter gewesen. Die gesamte Mannschaft hat es zudem vorher versäumt, mit einfachen Mitteln für eine Entscheidung zu sorgen.

Und auch das Trainerteam (oder wer immer die Einteilung der Elfmeterschützen vornimmt) hätte Hrgota nach seinem Elfmeter-Lupfer im bedeutungslosen vorletzten Spiel der vergangenen Saison in Mainz als letzten Schützen einteilen müssen – oder ihm zumindest vorher den Kopf waschen.

Mit der Pokalpleite im Rücken und dem Auftaktspiel bei den Bayern vor der Brust droht ein dicker Fehlstart.

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