Erfrischend bodenständig: Viertligafußball im Norden

Nicht nur aufgrund der steifen Brise, die wegen der Nähe zu Nord- und Ostsee durch die baulich offenen Stadien der vierten Liga zieht, hat die Regionalliga Nord etwas Erfrischendes. Originelle Stadionsprecher, moderate Eintritts-, Wurst- und Bierpreise, keine lange Schlangen an den Stadionkassen, keine Gedränge in den Blöcken, keine Reizüberflutung durch elektronische Werbebanden oder nervige Warm-Up-Programme der Gastgeberclubs- das gibt es so nur noch in den unteren deutschen Spielklassen.

In der Regionalliga Nord trifft man auf altgediente Profis, verheißungsvolle Talente,
verletzte Bundesligaspieler, die sich in der U 23 wieder an den Wettbewerbsfußball herantasten müssen und limitierte Regionalligaspieler, die den Sprung in Liga drei, zwei oder eins nie schaffen werden.

Hier sind noch die ortsansässigen Sponsoren aktiv: Der Tischlereibetrieb stiftet den Spielball, der Versicherungskaufmann schaltet eine Anzeige im ehrenamtlich gestalteten Stadionheft. Die räumliche Distanz von den Tribünen zum Spielfeld ist ebenso gering wie zwischen Spielern, Verantwortlichen und Zuschauern. Gleichzeitig gibt es Fanclubs, Ultras und treue Auswärtsfahrer, die Spiel für Spiel für gute Stimmung sorgen.

Abgesehen von den Partien der Bundesliganachwuchsteams ist der Zuschauerzuspruch besser als in der zweiten Liga Österreichs.

Leider zeigt der Norddeutsche Rundfunk nur wenige bewegte Bilder aus der Regionalliga Nord. Vorbildlich engagiert sich in der Regional- und Oberliga hingegen der Nachbarsender Mitteldeutscher Rundfunk (MDR). „Sport im Osten“ ist längst Kult. Wie der deutsche Regionalligafußball.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.