So hat die Bayern noch keiner geärgert

Es ist Ostern, und der FC Bayern ist entgegen einer populären Prognose offiziell noch immer nicht Meister. Das ist betrüblich für die Münchner und insbesondere für alle, die diese Prognose abgegeben haben. Aber es half nichts: Nach dem Dortmunder Erfolg in Stuttgart hätten die Bayern so hoch gewinnen können, wie sie wollen – es hätte nichts geändert. Um das zu belegen, war ganz offensichtlich der HSV angetreten. Die Hamburger haben damit das von kleinen Mannschaften oft verschmitzt als Ziel ausgegebene Bayern-Ärgern auf ein ganz neues Level gehoben.

Es ist zurzeit keine leichte Situation für den HSV: Mit 38 Punkten ist der Abstieg so gut wie ausgeschlossen, aber noch immer sind die Europapokalränge in greifbarer Nähe. Da jedoch wollen die Hamburger ja noch gar nicht hin. Das haben sie in verschiedenen Spielen der letzten Wochen eindrucksvoll bewiesen. Was lag da näher, als das Nord-Süd-Derby einfach für ein wenig Spaß und Unterhaltung auf Kosten der Bayern zu nutzen? Hatte man nicht vorher gehört: „Wenn Dortmund punktet, können die Bayern auch 20:0 gewinnen – es wird ihnen nichts nützen?“

Und so ließen die Hamburger die Bayern flott auf 8:0 davonziehen und führten ihnen so die eigene Ohnmacht und Hilflosigkeit vor Augen. Das kann man grausam nennen, aber so ist Fußball nun mal. Ein wenig spielte dabei natürlich auch die alte Nord-Süd-Rivalität eine Rolle. Nur René Adler war offensichtlich nicht eingeweiht, sonst hätte es mit den 20 Gegentreffern vielleicht geklappt. So wurde es nur ein 9:2. Aber auch das muss den Bayern richtig weh getan haben.

Bayern ärgern für Fortgeschrittene: Das ist die konsequente Weiterentwicklung des Rolf-Rüssmann-Mottos „Wenn wir schon nicht gewinnen können, dann treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt.“ Möglicherweise erholen sich die Bayern von diesem psychologischen Tiefschlag so langsam, dass andere Teams doch noch eine Chance haben. So hätte das Meisterschaftsrennen wieder an Spannung gewonnen. Chapeau, HSV!

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