Was steckt diesmal in der HSV-Wundertüte?

Ja, auch die Mannschaft des HSV kann im Prinzip Fußball spielen. Sie zeigt es nur so selten. Ausgerechnet gestern in Dortmund hat aber mal wieder alles funktioniert. Nach der laschen Vorstellung gegen Frankfurt gelang dem HSV gegen den Noch-Meister ein beeindruckender 4:1-Sieg – das bedeutete zwischenzeitlich sogar Platz 5. Für den Europapokal wird es am Ende aber trotzdem nicht reichen.

Ein 4:1 in Dortmund, und ein Tor schöner als das andere. Man kann sich darüber unterhalten, ob der Platzverweis gegen Lewandowski nach einer guten halben Stunde wirklich gerechtfertigt war – vielleicht hätte das Spiel sonst noch einmal einen anderen Dreh bekommen. Aber wie auch immer: Ein solches Erlebnis bereitet der HSV seinen Fans nicht allzu oft. Entsprechend wird gerade abgefeiert, wie es nur geht. Auf der HSV-Homepage darf zurzeit abgestimmt werden, wer nach Meinung der Fans Spieler des Spiels war: Artjoms Rudnevs, Heung-Min Son, Tomas Rincon und Rafael van der Vaart stehen zur Wahl. Die meisten Teilnehmer haben sich aber bisher für die fünfte Antwortmöglichkeit entschieden: „Die gesamte Mannschaft“. Hach.

Gegen Borussia Dortmund gelang dem HSV schon der zweite überraschende Sieg in der Rückrunde, denn auch die drei Punkte gegen Bremen waren angesichts der letzten paar Nordderbys nicht gerade erwartbar. Hätte nicht der uninspirierte Auftritt zu Hause gegen Frankfurt dazwischen gelegen, könnte man von einem Aufwärtstrend sprechen. So aber vermittelt der HSV nach wie vor bei seinen Erfolgen den Eindruck, als blindes Huhn auch mal ein Korn gefunden zu haben. Auch für das gestrige Spiel haben viele schon eine Erklärung gefunden: Die Dortmunder Verletzungs- und Erkältungsmisere war natürlich schuld. Vielleicht auch die neue Frisur von Jürgen Klopp. Aber der HSV als Meisterschreck ein ernstzunehmender Europapokalkandidat? Wohl eher nicht.

Das glaubt man in Hamburg glücklicherweise auch selbst nicht. Man wolle „mittelfristig“ zurück ins internationale Geschäft, sagte Frank Arnesen kürzlich im „Kicker“. Anlass war die unsichere Zukunft von Heung-Min Son, den der HSV notfalls mit einer kräftigen Gehaltserhöhung halten will. Entscheidet er sich tatsächlich gegen einen Wechsel in die Premier League, könnte das ein wichtiger Baustein bei der Stabilisierung der HSV-Mannschaft für die kommende Saison sein. Vielleicht ist der Europapokal dann tatsächlich wieder ein realistisches Ziel. Fürs Erste wird sich der HSV aber vermutlich wieder dort einpendeln, wo er auch die letzten Wochen verbracht hat – irgendwo am unteren Ende der ersten und oder am oberen Ende der zweiten Tabellenhälfte.

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