Lewis Holtby zu Tottenham – Ein neuer Fall Marin?

Lewis Holtby wechselt in die Premier League zu Tottenham Hotspur – diese Meldung lief vor zwei Tagen über die Ticker der Nachrichtendienste. „Was für ein Quatsch!“ war mein erster Gedanke. Nur ist das wirklich so? Bekommt Holtby auf der Insel wirklich kein Bein aufs Grün? Droht ein neuer „Fall Marin“?

Der Wechsel erinnerte an den Transfer von Marko Marin zu Chelsea London im Juli vergangenen Jahres. Fussballinteressierte jeglicher Couleur waren sich damals einig: „Was für ein Quatsch!“ Leider sollten sie Recht behalten. Marin durfte seit dem Wechsel nur bei drei Spielen mitkicken, zweimal davon wurde er sogar nur eingewechselt. Aufgefallen ist er quasi nur durch ein brutales Foul in der vergangenen Woche, das sogar die robusten Engländer erbost hat. Letztlich hat Marins Stotterstart zwei Gründe: Erstens ist der Club eine Nummer zu groß für den Flügelflitzer, der an seine gute Zeit bei Borussia Mönchengladbach ja schon nicht einmal mehr in Bremen anknüpfen konnte. Zweitens ist Marin weder körperlich noch spielerisch geeignet für den englischen Fußball. Mit einem Gewicht von 64 kg bei einer Körpergröße von 1,70 m ist er einfach zu schmächtig, für die robusten Gegenspieler. Seine Position auf dem Flügel begünstigt eine positive Entwicklung in England ebenso wenig. Ein körperlich kräftiger Verteidiger, der flott auf den Beinen ist, genügt, um Marin den Zahn zu ziehen.

Lewis Holtby (22) ist zwar noch ein Jahr jünger als Marko Marin, doch mit 72 kg bei 1,76 m größer und schwerer. Diese paar Kilogramm und Zentimeter mehr mögen marginal sein, in England verschaffen sie aber schon deutliche Vorteile. Während Marin schon bei Werder Bremen nur noch Mitläufer war und nur als Ergänzungsspieler zu Chelsea geholt wurde, geht Holtby mit breiter Brust zu Tottenham. Er kommt als Führungsspieler aus Schalke und ist von den Engländern als Ersatz für Luka Modric (zu Real Madrid) und Rafael van der Vaart (zum HSV) verpflichtet worden – und zwar für das zentrale Mittelfeld. Die Position ist ein weiterer Vorteil gegenüber Marin: Während der Ex-Bremer gerne an der Linie klebt und hier durch nur einen Verteidiger leicht isoliert werden kann, hat Holtby in seiner zentralen Rolle viel mehr Platz auf dem Feld und ist so schwerer ausrechenbar. Auch die Eingewöhnung auf und neben den Platz sollte Lewis Holtby leichter fallen, als Marko Marin. Holtbys Vater ist Engländer, fließende Sprachkenntnisse sind somit gewährleistet.

Fazit: Auf den ersten Blick mag der Wechsel von Lewis Holtby zu Tottenham Hotspur kritisch zu sehen sein. Auf den zweiten jedoch, kann er eine Chance für den Kapitän der U21 bedeuten und zwar, wenn er – Beispiel Lukas Podolski – körperlich noch zulegen kann. Daneben begünstigen seine taktische Variabilität und die Sprachkenntnisse erfolgreiche Auftritte in der Premier League. Und Marko Marin? Zu lange wird eine Rückkehr in die Bundesliga nicht mehr dauern…

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