Durch den Movember mit Tranquillo Barnetta

Hut ab! Schalkes Tranquillo Barnetta musste sich in den letzten Wochen bestimmt einiges anhören zu seinem Oberlippenbart, der auch gestern beim Spiel in Hamburg wieder in voller Pracht zu sehen war. Und trotzdem hat er durchgezogen: Wie einige andere Fußballprofis und weitere Prominente beteiligt sich Barnetta damit am „Movember“, einer Aktion, die unter anderem auf Prostatakrebs aufmerksam macht. Das ist umso löblicher, als die Aktion in Deutschland noch vergleichweise wenig bekannt ist.

Ein nicht gerade zarter Bartflaum zeigte sich bei Barnetta bereits zu Beginn des Monats beim Champions-League-Spiel gegen Arsenal. Irritierte Blicke gab es zuhauf, da der Schweizer auch in den folgenden Wochen bei seiner 80er-Jahre-Gesichtsfrisur blieb. Die Schweizer Tageszeitung „Blick“ und die „Rheinische Post“ klärten schließlich auf: Barnetta engagiert sich für den Movember. Bei dieser Aktion, die ursprünglich aus Australien stammt, lassen sich Männer den ganzen November lang einen Oberlippenbart stehen (daher der Name, zusammengesetzt aus „Moustache“ und „November“). Damit machen sie auf Prostatakrebs und andere Männerkrankheiten aufmerksam und sammeln üblicherweise auch Spenden für die Forschung.

Auf der Facebookseite des Schalker Fußballers hagelt es unterdessen Schmähungen, in denen teils absurde Bezüge von der Hässlichkeit des Oberlippenbartes zu angeblich mangelhaften Leistungen Barnettas in diversen kürzlich absolvierten Spielen hergestellt werden. Solches und Ähnliches mag für einen Bundesligafußballer Alltag sein. Aber gerade weil die Aktion in Deutschland noch vergleichweise wenig bekannt ist, gebührt Barnetta fürs Mitmachen besonderer Respekt – genauso wie jedem anderen Teilnehmer natürlich.

Nur die Öffentlichkeitsarbeit hätten Barnetta oder auch Schalke diesem Fall noch ein wenig ausbauen können: Nirgends findet man eine persönliche Aussage von Barnetta zu seinen Motiven oder auch nur eine kleine Pressemitteilung zum Thema – falls doch, ist sie gut versteckt. Das lässt natürlich Raum für Spekulationen. Aber der nächste Movember kommt bestimmt – dann vielleicht mit noch mehr 80er-Jahre-Gedenkbärten in der Bundesliga.

Übrigens hat sich der Movember in der Premier League deutlich stärker durchgesetzt als in der Bundesliga: Dort machten zuletzt auch Robert Huth und Thomas Hitzlsperger durch formschöne Oberlippenbärte von sich reden.

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