Mit David Hasselhoff an der Bremer Brücke

Seit Samstag habe ich einen Ohrwurm. In diesem Fall sogar einen besonders ärgerlichen, weil er vermutlich einer der schlechtesten Fan-Gesänge überhaupt ist. Und dann hat das Ganze auch noch was mit David Hasselhoff zu tun.

Gehört habe ich den Gesang beim Derby an der Bremer Brücke zwischen dem VfL Osnabrück und Arminia Bielefeld (0:0). Seit langem stand ich mal wieder in der Fan-Kurve der Lila-Weißen und durfte live miterleben, wie sich die Texte der Lieder verändert haben. Zwei sind mir unangenehm aufgefallen.

„Auf geht’s lila Jungs, schießt ein Tor für uns“ war der Anfang einer Anfeuerung. Das klingt irgendwie mehr nach Kindergeburtstag als nach Drittliga-Fußball. Jedenfalls fällt es mir schwer zu glauben, dass die Osnabrücker dadurch besonders motiviert werden und eben den einen Schritt mehr machen, den sie dann nur wegen der tollen Unterstützung durch die Fans getan haben, wie sie im TV-Interview hinterher beteuern würden.

Schlimmer war jedoch ein anderer Gesang. Und der ging so: „Achtzehnhundertneunundneunzig – Wisst Ihr noch was damals war? Achtzehnhundertneunundneunzig – unser Gründungsjahr.“ Das ist ja rein textlich schon völlig sinnfrei. Aber wenn man es dann noch zu „Looking for freedom“ von David Hasselhoff (der das Lied übrigens auch nur gecovered hat) singt, läuft es einem kalt den Rücken runter. Und damit meine ich nicht die angenehme Form der Gänsehaut. Umso schlimmer, dass es mir als Ohrwurm erhalten bleibt.

Die Stimmung war trotz der zwei beschriebenen Gesänge richtig gut. Und die Ostkurve hat wieder bewiesen, dass sie sich selbst reinigt. Vor Jahren haben die tatsächlichen Fans mal eine Gruppe von Neonazis erfolgreich weggemobbt. Jetzt reagierten die Anhänger auch gut auf drei vermummte Pubertierende, die eine vermutlich geklaute Bielefeld-Fahne stolz präsentieren wollten. Mit „Assis auf dem Zaun, Assis auf dem Zaun“-Rufen gelang eine angemessene Distanzierung von den Möchtegerns.

Da muss es doch auch irgendwie möglich sein, dass sich die Ostkurve von „The Hoff“ distanziert.

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