3:1 gegen Hannover: Frankfurt bleibt Bayern-Jäger Nummer 1

Die Eintracht-Fans haben in dieser Saison weiterhin gut Lachen. Mit einem beeindruckenden 3:1 gegen Hannover 96 festigte die SGE ihren Tabellenplatz zwei und zeigte dabei vor allem in den ersten 30 Minuten hervorragenden Fußball. Doch so komplett unbeschwert fällt das Lachen immer noch nicht, denn jeder fragt sich, wie lange die Eintracht diesen guten Fußball durchhält – und ob in der Rückrunde nicht doch wieder der Einbruch folgt.

Emotional ist das derzeit durchaus eine diffizile Sache für den leidenserprobten Eintracht-Anhänger. Man merkt das alleine schon an diesem Text. In der Überschrift konnte ich meine Euphorie nicht mehr stoppen und es brach – wenn auch etwas augenzwinkernd – aus mir heraus. Klar, erst eine Niederlage in acht Spielen, gegen Hannover objektiv 30 Minuten Weltklassefußball gespielt, warum sollte man da auch tiefstapeln? Doch spätestens nach zwei, drei begeisterten Säten holt einen die Vergangenheit wieder ein. War es nicht oft so, dass Frankfurt grandios startete und dann massiv einbrach? In den 90er Jahren hieß dies, in letzter Sekunde sicher geglaubte Meisterschaften zu verspielen, im 21 Jahrhundert bedeutete es, vom Europapokalkurs noch in Richtung Zweite Liga abzudriften. Diese Zweifel kriegt man als Fan der launischen Diva vom Main einfach nicht aus dem Kopf. Und dennoch: Gerade weil es in den vergangenen Jahren so viele sportliche Katastrophen gab, muss es doch heißen: Wir feiern die Feste wie sie kommen, der Absturz folgt sowieso irgendwann.

Und hat man sich dies erst einmal selbst eingestanden, folgen die nächsten Gedanken fast automatisch. Gestern habe ich mir beispielsweise geschätzte zwölf Mal die Tabelle angeschaut. Zunächst einfach nur um mich an Tabellenplatz Zwei zu berauschen. Aber irgendwann setzte das Nachdenken ein. Schon sieben(!) Punkte Vorsprung auf Platz 5. Ich weiß, es ist der leibhaftige Fußballsatan, der mir ins Ohr flüsterte, aber ich kriege diese zwei Worte nicht mehr aus dem Kopf: Champions League…Champions League.

Realistisch betrachtet ist es dafür noch viel zu früh. 26 Spieltage folgen noch und niemand kann sagen, wie lange die Eintracht weiter über ihrem Niveau spielen kann. Und doch drängt sich ein wenig der Vergleich mit Borussia Mönchengladbach in der vergangenen Saison auf. Auch die Fohlenelf schaffte es, die komplette Saison mit 120 Prozent des eigenen Leistungsvermögens zu spielen und erreichte am Ende die Qualifikation für die Champions League. Kan das auch mit der Eintracht funktionieren. Möglich ist das, ebenso wie der totale Absturz in der Rückrunde. Aber diese Klasseauftakt, der nicht nur tolle Ergebnisse, sondern  vor allem überragenden Fußball mit sich bracht, kann uns keiner mehr nehmen.

 

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