4:4 nach 4:0 – Trotzdem muss keiner panisch werden

Das hört sich schaurig an: „Noch nie zuvor hat eine deutsche Nationalmannschaft eine 4:0-Führung verspielt.“ Das liegt aber selbstverständlich auch daran, dass sie nicht so wahnsinnig oft in die Verlegenheit kommt, gegen einen halbwegs starken Gegner mit 4:0 in Führung zu gehen.

Klar, gegen Luxemburg oder Liechtenstein würde nicht mal Österreich einen 4:0-Vorsprung verspielen. Und gegen Schweden darf das auch nicht passieren, keine Frage. Aber es gibt auch nicht viele Mannschaften, die die Schweden so vorführen können, wie Deutschland es eine Stunde lang getan hat. Und der entscheidende Grund für den Einbruch war ja nicht die plötzliche Überlegenheit der Skandinavier, sondern einzig und allein das Gefühl des sicheren Sieges.

Ich bin da ganz bei Mehmet Scholl, der nach dem Spiel in der ARD sagte: „Wenn die Mannschaft das nächste Mal auswärts mit 2:0 führt und auch nur einer ein bisschen nachlässt, werden die Mitspieler ihn fragen, ob er das Schweden-Spiel schon vergessen hat.“

Wer weiß, wozu dieses verrückte Spiel gut war. Der Verlust von zwei Punkten dürfte in dieser Gruppe nicht allzu schwer wiegen. Die Erfahrungen aus diesem Erlebnis dagegen könnten unbezahlbar sein.

Und vergessen wir bei all der Schlussdramatik die ersten 60 Minuten nicht. Die waren weltklasse. Das war das Beste, was Europa in dieser WM-Quali gesehen hat. Zu dieser spielerisch überragenden Leistung ist die Nationalmannschaft unter Joachim Löw also fähig. Die Nachlässigkeiten einer überlegenen Mannschaft abzustellen ist leichter, als eine Rumpeltruppe zu einer kombinationsstarken Offensive zu formen.

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