Vogelschau in der Norddeutschen Tiefebene

22 Kraniche und Störche traten kürzlich in den Waldsportstätten in Rehden gegeneinander an. Es ging jedoch nicht um einen Vogelflugwettbewerb, sondern um drei Punkte in der Fußballregionalliga Nord.

Nach zwei Niederlagen in Folge (beim VfB Oldenburg und zuhause gegen den SV Wilhelmshaven) musste für die aufgrund ihrer roten Stutzen und weißen Hosen als Störche bezeichnete KSV Holstein ein Erfolgserlebnis her, um den Kontakt zu Tabellenspitze nicht abreißen zu lassen.

Für den Ballsportverein „Schwarz-Weiß“ Rehden ging es nach der herben Niederlage beim Mitaufsteiger aus Goslar bei der Partie gegen den klaren Favoriten aus Schleswig-Holstein um wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg. Rehden, mitten in einem Kranich-Revier gelegen, hatte in den drei Heimspielen zuvor dreimal unentschieden gespielt und war somit am Spielort unweit des Dümmer Sees noch ungeschlagen.

Mit den ehemaligen Werder-Spielern Francis Banecki und Viktor Pekrul, dem Ex-VfLer Stefan Heyken sowie dem niederländischen Routinier Maarten Schops und dem ehemaligen Wilhelmshavener Torjäger Marcus Storey trat der BSV mit zahlreichen Routiniers, gepaart mit einigen hoffnungsvollen Nachwuchskräften, an. In der letzten Spielzeit schnürten sogar noch Größen wie Lars Schiersand oder Sergej Dikhtjar die Fußballschuhe für Schwarz-Weiß.

Die Kieler mussten ohne den verletzten Fiete Sykora auskommen, Marc Heider saß zunächst auf der Bank. Für ihn spielte der ehemalige Osnabrücker Marcel Schied im Sturmzentrum.

In einer kampfbetonten aber eher schwachen Partie führten die Kieler durch Tore von Kapitän Kazior (schöne Direktabnahme aus 22 Metern) und des schwachen Marcel Schied schon mit 2:0, ehe Heyken per Kopf mit dem Halbzeitpfiff auf 1:2 verkürzte.

Vor einer wenig lautstarken Kulisse von 700 Zuschauern erhöhten die Kieler durch den überragenden Rechtsverteidiger Patrick Herrmann (früher VfL Osnabrück und Hannover 96) auf 3:1, ehe Rehden noch einmal herankam. Der Kieler Sieg war nie in Gefahr und wurde durch das 4:2 durch Deran Toksöz abgerundet. Diesen Treffer bereitete der eingewechselte Marc Heider mit toller Übersicht vor.

Für etwas Stimmung auf den Rängen sorgten lediglich der kleine BSV-Fanclub „Blacks“ und die 100 mitgereisten Kieler Schlachtenbummler, die mit einem aus Bauzäunen und Kabelbinder provisorisch angelegten Gästeblock untergebracht waren. Die Holstein-Mannschaft hatte aufgrund der letzten Niederlagen den Eintritt für die Anhänger von der Förde und einen Shuttle-Bus vom Bahnhof Diepholz bis nach Rehden und zurück übernommen.

Von einer mäßigen Partie bleiben zwei Erkenntnisse:

1. Für einen Ort mit knapp 1.400 Einwohnern war die Zuschauerzahl schon recht beeindruckend, auch wenn der Altersschnitt auf der Haupttribüne sicherlich bei über 60 Jahren lag. Das neue Vereinshaus und die Anlage sind in einem guten Zustand und bieten sicherlich bis zu 3.000 Fußballfans Platz.

2. Auch in einer langweiligen Regionalligapartie können sechs Tore fallen. Der Aufsteiger ließ sich dabei aber definitiv nicht überrennen und wird gegen andere Teams in der Liga noch seine Punkte gegen den Abstieg sammeln. Holstein wird sich enorm steigern müssen, um sich auf den ersten Tabellenplatz zu schieben. Gegen die Reserve von Werder oder Hannover wird die Leistung aus Rehden, gerade in der Offensive, nicht für einen dreifachen Punktgewinn ausreichen. Ausreichend Potential ist in der Mannschaft von Thorsten Gutzeit auf jeden Fall ausreichend vorhanden.

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