Erster Saisonsieg für den HSV

Was war das gestern für ein schöner Herbstabend in unserer kleinen, überwiegend HSV-affinen Stadt. Vögel sangen, Kinder lachten. Blumen blühten noch mal auf. Der Meister war dagewesen, und er hatte uns ein paar Punkte mitgebracht.

Auch die Tresenrunde beim HSV-affinen Wirt unseres Vertrauens trank ihr Bier mit anerkennendem Kopfnicken. „Wat? Has’ noch nich gehöät? Der HSV hat gewonn’! Gegen’ Deutschen Meister“, setzte man sich gegenseitig ins Bild. Und bekräftigte: Nein, das sei wirklich kein Scherz.

Rafael van der Vaart hat kürzlich etwas genervt klargestellt, dass jegliche Messias-Vergleiche in seinem Fall verfehlt seien und er mitnichten über Wasser laufen könne. Was er aber kann, ist unglaublich wertvoll für Hamburgs Offensivspiel. Vor allem Heung-Min Son hat bisher von van der Vaarts guten Zuspielen profitiert – im Gegensatz zur vergangenen Saison, als das Spiel (wenn man es denn so nennen möchte) allzu oft an den Stürmern vorbeilief. Zwei Tore des Südkoreaners beim 3:2 gegen Dortmund sind an diesem Wochenende der Beleg dafür, dass sich etwas getan hat.

Aber warum ausgerechnet gegen Dortmund? Jürgen Klopp kritisierte nach dem Spiel das fahrlässige Spiel seiner Mannschaft in der ersten Hälfte, und tatsächlich war die Führung des HSV zur Pause extrem schmeichelhaft. Gut hätte es zum Beispiel auch nach 45 Minuten schon 1:3 stehen können. Dass es nicht so war, lag nicht unbedingt an einer überragenden Abwehrleistung des HSV – Torwart Adler mal ausgenommen. Was die Fans aber in der zweiten Hälfte begeistert hat, war, dass es in der Offensive endlich mal funktioniert hat. 13 Millionen Euro für Rafael van der Vaart – zum Fenster rausgeworfen? Auf diese einfache Rechnung lässt sich das HSV-Spiel zum Leidwesen vieler hämischer Beobachter bisher nicht bringen.

Was sich die Tresenrunde am nächsten Wochenende zu erzählen hat, wird sich nach den beiden kommenden Spielen gegen die Europa-Ligisten Mönchengladbach und Hannover zeigen. Eine Stammtischweisheit können wir hier schon aussprechen: Das werden beides keine Spaziergänge.

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