Ein Nordderby – Zwei Sichtweisen

Gestern war es mal wieder soweit: Werder Bremen gewann das Nordderby gegen den HSV. Werder-Fan Fabian und HSV-Fan Frauke haben das Spiel natürlich gesehen und sich jeweils dazu Gedanken gemacht.

Fabian sagt: Besser als gedacht

Insgeheim wäre ich vor dem Nordderby mit einem Punkt aus Bremer Sicht zufrieden gewesen. Nicht aus Angst davor, dass van der Vaart schon mitwirken kann, sondern unter dem Eindruck des Bremer Pokalspiels in Münster.

Dass es am Ende besser für Grün-Weiß besser lief, habe ich trotz der guten Leistung in der Vorwoche beim BVB nicht vermutet.

Ähnlich wie beim HSV gab auch bei Werder einen großen Umbruch.

Die jungen Wilden beim SVW zeigten sich am Samstag spielfreudig, agierten aber auch etwas cleverer und aggressiver als noch in Münster. Deutlich wird der an der Leistung eines Sokratis, der deutlich formverbessert agierte. Auch Arnautovic wirkte nicht so lustlos wie noch beim Pokalspiel.

Nils Petersen war selten zu sehen, agierte aber mit dem herausgeholten Elfer gegen Aogo und dem Tunnel gegen den überragenden Adler zum 2:0 effizient.

Hinten ließ Werder, und das macht Sorgen, wieder gute Chancen zu und hatte in einigen Situationen eine gehörige Portion Glück. Ein etwas eingespielterer und kaltschnäuzigerer HSV hätte Bremen sicherlich vor größere Probleme gestellt.

So waren es wichtige drei Punkte, die Leistung ist aber noch ausbaufähig.

Schon am nächsten Spieltag wird eine deutliche Steigerung nötig sein, um aus Hannover einen Punkt mitzunehmen.

Frauke sagt: Im nächsten Spiel gibt es keine Ausrede mehr

Selten habe ich dem Nordderby so entspannt entgegen gesehen. Was würde schon passieren? Mit einer Niederlage war schlicht zu rechnen. Nicht nur, weil der HSV gegen Nürnberg richtig arm ausgesehen hatte, sondern auch, weil die Bilanz gegen Werder in den letzten Jahren insgesamt nicht wirklich toll aussieht.

Und ich bin auch immer noch gelassen. Denn: Obwohl der HSV mit 0:2 quasi doppelt so hoch verloren hat wie letzte Woche, war spielerisch ein Aufwärtstrend zu erkennen, der nach 45 Minuten tatsächlich auf eine Überraschung hoffen ließ. Die Neuzugänge Jiracek und besonders Badelj ließen gute Ansätze sehen. Aber von René Adler kann man nicht verlangen, dass er in einem Spiel gleich zwei durch dümmliche Mitspieler-Aktionen verursachte Elfmeter hält.

Der zweite Elfmeter und damit das 0:1 war der Knick im bis dahin soliden Hamburger Spiel. Während man den Spielern nach dem gehaltenen Elfmeter und auf dem Weg in die Halbzeitpause einen Hauch von neu gewonnenem Selbstbewusstsein angesehen hatte, war nach dem Rückstand sofort klar: Das wird nix mehr. Die Mannschaft muss schnell lernen, mit solchen Situationen besser umzugehen.

Überflüssig zu sagen, dass die Erwartungen an Rafael van der Vaart durch die Niederlage in Bremen noch gestiegen sind. Noch schützt uns im Büro vor dem höhnischen Grinsen der Werder-Kollegen die Ausrede aller Ausreden: Wenn van der Vaart erst mal mit dabei ist… Aber am 3. Spieltag geht es zum Tabellenführer (!) Eintracht Frankfurt. Gut, dass bis dahin noch zwei Wochen Zeit sind. Die Mannschaft kann sich einspielen und die Fans sich mit vdV-Trikots eindecken und auf hoffentlich eintreffende bessere Zeiten hoffen.

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