Ciao, Bella! Zehn Gründe, warum es Zeit für den ersten großen Sieg gegen Italien ist

Am Donnerstag steigt der mit Spannung erwartete Klassiker gegen Italien. ausgekontert freut sich schneeköniglich auf das Aufeinandertreffen und erklärt ganz und gar subjektiv, warum es Zeit für den ersten großen Sieg gegen Italien ist.

1. Die deutsche Mannschaft ist einfach fitter

Ok, Italien ist zwar nicht die unaustrainierteste Mannschaft bei der EM. Der Titel ist nach dem Viertelfinale unwiederbringlich an England vergeben, wo sich Kapitän Gerrard nach seinem Krampf in der 60. (!) Minute nur noch im Schneckentempo über das Spielfeld bewegte. Aber auch die Italiener haben rein körperlich bei dieser EM alles andere überzeugt. In jedem der drei Vorrundenspiele bauten sie in der zweiten Halbzeit massiv ab. Mit einem Durschnittsalter von 27,9 Jahren zählt Squadra Azzura zu den ältesten bei der Europameisterschaft – das deutsche Team ist mit 24,4 Jahren dagegen das jüngste. Hinzu kommen zwei Tage mehr Regenerationszeit auf deutsche Seite und 120 schwere Minuten gegen England auf der italienischen.

2. Deutschland ist komplett unberechenbar

Der Sieg gegen die Griechen hat es eindeutig bewiesen.: Die deutsche Mannschaft verfügt über die wohl stärkste Bank bei dieser EM. Trotz dreier Siege konnte es sich Löw erlauben, fast den kompletten Angriff auszutauschen. Resultat war das wohl offensivstärkste Spiel aller Mannschaften während der Europameisterschaft. Italien fehlen Alternativen wie Reus oder Klose, die Aufstellung der Blauen ist deutlich weniger schwer zu erraten als die der Löw-Elf. Ein klarer Vorteil in der Vorbereitung des Spiels.

3. Italiener Klose weiß gegen wen es geht

Mit Miroslav Klose haben wir einen Spieler im Kader (und auch in der Startelf?!), der diese Saison gegen fast alle gegnerischen Abwehrspieler gespielt und getroffen hat. Das gibt auf Kloses Seite Selbstvertrauen, bei den Italienern dürfte es eher für erhebliches Unbehagen sorgen, dass einer der besten Stürmer der Serie A seinen Stammplatz alles andere als sicher hat.

4. Deutschland spielt das modernere System

Das deutsche 4-2-3-1 hat sich bei der Euro eindeutig als das dominante herauskristallisiert. Neben Deutschland spielen es vor allem die Spanier in Perfektion. In Deutschland ist das System seit der Umstellung bei der Euro 2008 vor dem Viertelfinale gegen Portugal gesetzt. Und dank der trickreichen offensiven Außenspieler setzt es Deutschland so offensiv um wie kaum eine andere Mannschaft.

5. 15 Siege in Serie geben unbegrenztes Selbstvertrauen

In dem Viertelfinale hat Deutschland mit dem 15. Pflichtspielsieg einen Weltrekord aufgestellt. Seit der Halbfinalniederlage gegen Spanien bei der WM 2010 hagelte es Sieg auf Sieg, teilweise in cleverer, teilweise in höchst attraktiver Manier. Das gibt den deutschen Spielern ein fast unbegrenztes Selbstvertrauen, das ihnen auch jegliche Furcht vor dem bislang unbesiegten Gegner gibt. Die Italiener haben dagegen eine Katastrophen-WM, eine ordentliche Quali, aber eben auch eine katastrophale Vorbereitung in den Knochen.

6. Die deutschen Schlüsselspieler brennen auf Revanche

Kein anderes Länderspiel der vergangenen 46 Jahre hat derart tiefe Spuren in der deutschen Fußballseele hinterlassen wie das Halbfinalaus 2006 gegen Italien. Ob berechtigt oder nicht, eine ganze Nation, aber eben auch die Mannschaft hatte das Gefühl, um den Titel gebracht worden zu sein. Mit Lahm, Schweinsteiger, Podolski und Klose stehen trotz der konstanten Verjüngung immer noch wichtige Schlüsselspieler von damals in den deutschen Reihen. Mit dem ersten Sieg gegen eine italienische Mannschaft bei einem großen Turnier könnte diese Scharte ausgewetzt werden – die Konstellation ist jedenfalls ungleich besser als damals.

7. Das Halbfinale wird ein Heimspiel

25.000 deutsche Fans erwarten die Gastgeber für das Halbfinale gegen Italien, lediglich 5.000 sollen aus Italien kommen. Das Nationalstadion Warschaus wird weitgehend in deutscher Hand sein. Und auch wenn das Verhalten manch deutscher Schlachtenbummler bislang eher Anlass zum Fremdschämen gab, steht zumindest fest, dass diese es bislang stets schafften, die numerische Überlegenheit auf den Rängen auch in eine gesangliche und atmosphärische umzuwandeln.

8. It’s about time…

Mit Recht wird die Generation derzeitiger deutscher Fußballer als eine goldene bezeichnet. Selten zuvor hatten wir ein derart reichhaltiges Angebot an hochtalentierten deutschen Spielern. Die Spielweise der Mannschaft hat sich binnen sechs Jahren vom Rumpelfußball zum zum taktisch anspruchsvollen und zugleich hochattraktiven Offensivfußball entwickelt. Was der Mannschaft zu ihrer Krönung noch fehlt, ist lediglich ein Titel. Bei dieser EM sind die Chancen objektiv so gut wie nie in den vergangenen Jahren – und mit Hinblick auf die kommende WM in Brasilien werden sie vielleicht auch nie wieder so gut sein.

9.Alle wollen das Traumfinale gegen Spanien

Ok, gegen Italien hat die deutsche Mannschaft noch eine Rechnung offen. Aber seien wir ehrlich: Gegen die Spanier sind es gleich zwei. Und so ziemlich jeder Fußballfan würde sich über das absolute Traumfinale gegen Spanien freuen. Das müssen am Ende auch die Italiener einsehen – oder nicht?

10. Die deutsche Abwehr steht bombenfest

Uppssss, war das jetzt schon genauso ein Skandal wie der Stahlhelm-Vergleich von Hansi? Egal, fest steht, dass sich die junge deutsche Hintermannschaft um Badstuber und Hummels bei dieser EM sehr gefestigt präsentiert und alle Zweifler überzeugt hat – zumal hinter ihnen der beste Torwart der Welt steht. Gegen sie werden es der formschwache Cassano und der kopfschwache Balotelli sehr schwer haben zu Chancen zu kommen. Ihnen müsste letztlich ein ähnliches Kunststück wie den Griechen gelingen: Aus einer Chance in 90 Minuten zwei Tore zu machen….

 

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