Löws Mut wird belohnt

Der Spaßfußball ist zurück! So oder so ähnlich kommentieren heute die Gazetten der Republik das souveräne 4:2 der deutschen Mannschaft gegen Griechenland. Ausgerechnet als alle Fußball-Experten ein zähes Spiel gegen defensivstarke Griechen erwarteten, zeigte die DFB-Elf ihr bestes Turnierspiel und hochattraktiven Angriffsfußball. Und das mit einer riskanten Umstellung nahezu der gesamten Offensivabteilung – Löws Mut wurde eindeutig belohnt.

Mit Schürrle, Klose und Reus brachte Jogi gleich drei neue Offensivkräfte. Nach drei Startsiegen in Folge sicherlich mehr als überraschend. Doch Löw behielt auf voller Linie recht, insbesondere Reus spielte von Beginn an überragend und riss das deutsche Spiel gemeinsam mit Özil und Khedira an sich. Nicht eine oder zwei Torchancen spielte sich das deutsche Team in Halbzeit eins heraus, sondern insgesamt zehn. Dass es zur Pause nur 1:0 stand war lediglich eigenen Unkonzentriertheiten im Abschluss zuzuschreiben – an der griechischen Defensive lag es definitiv nicht.

Das Offensivspektakel begann in der zweiten Halbzeit lediglich zehn Minuten verspätet. Direkt nach dem griechischen Ausgleich spielte die deutsche Mannschaft ihren Gegner wieder in einer Mannier an die Wand, die einen Klassenunterschied beider Teams offenbarte. Özil spielte sein bestes Match in diesem Turnier, Khedira war wieder einmal überragend und stellte mit seinem höchst anspruchsvollen 2:1 die Weichen wieder auf Sieg. Reus Traumtor zum 4:1 machte dann alles klar und offenbarte das ganze Selbstvertrauen, das 18 Bundesligatore mit sich bringen können.

Mit seiner Entscheidung zum dreifachen Wechsel hat Löw neben Mut vor allem mal wieder taktische Raffinesse bewiesen. Das deutsche Offensivspiel war um ein Vielfaches variabler und schneller als zuletzt gegen Dänemark. Und auch als alles andere, was man bislang bei dieser EM gesehen hat. Dies gibt natürlich ein unheimliches Sebstvertrauen für das Halbfinale, in dem es in jedem Falle zur Wiederauflage eines Klassikers kommen wird. Egal ob gegen Italien oder gegen England: Jogi Löw hat nun die Qual der Wahl für die Offensivabteilung und kann personell aus dem Vollen schöpfen wie kein anderer Bundestrainer vor ihm. Vielleicht gibt diese Unberechenbarkeit am Ende den Ausschlag für den ersten Titel seit 16 Jahren.

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