Italiens Taktik-Revolution ist gar keine

Sicher, ganz schlecht hat Italien beim 1:1 gegen Spanien nicht verteidigt. Aber das in den Medien so gefeierte System von Trainer Cesare Prandelli ist bei weitem nicht so revolutionär, wie vor allem ZDF-Reporter Bela Rethy es uns verkaufen wollte.

Im 3-5-2-System haben die Italiener angeblich gespielt – bei eigenem Ballbesitz. Und bei gegnerischem Ballbesitz zogen sich die zwei äußeren Mittelfeldspieler zurück, so dass die Italiener hinten eine Fünferkette aufboten. Da Spanien 60 Prozent Ballbesitz hatte, agierten die Italiener also zumeist im 5-3-2-System.

Revolution! Das hat die Welt noch nicht gesehen. Danke für die taktischen Analysen, Katrin Müller-Hohenstein und Oliver Kahn. Und Danke nochmals an Bela Rethy (der bei Torchancen zu 87 Prozent den falschen Namen des jeweils Schießenden ins Mikro brüllte). Wirklich etwas völlig Neues, dass sich Außenverteidiger bei Ballbesitz in die Offensive einschalten. Das hätte mal jemand Lukasz Piszczek und Marcel Schmelzer sagen sollen. Möglicherweise wäre Borussia Dortmund dann sogar Deutscher Meister geworden.

Ein Vorschlag für eine weitere revolutionäre Idee: Man könnte hinter den Innenverteidigern einen freien Mann aufstellen, der die durchbrechenden und dann völlig verdutzten Stürmer aufhält. Das wäre mal was! Für diese Position bräuchten wir nur noch einen Namen: Wie wäre es mit dem Fantasie-Begriff „Libero“? Oder war Daniele de Rossi etwa schon einer?

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