Klatsche gegen die Schweiz: (k)ein Grund zur Panik?

Mit einem in der Defensive desolaten 3:5 gegen die Schweiz hat die deutsche Nationalmannschaft die heiße Phase der EM-Vorbereitung eingeläutet. Ohne die Bayern-Stars offenbarte die DFB-Elf große Schwächen. Muss man nun Angst um die EM haben, oder wird alles gut, wenn Schwein und Co. an Bord sind? ausgekontert meint: Bloß keine Panik, Jogi!Zunächst ist es Fakt, dass die Mannschaft von gestern wenig bis gar nichts mit der Stammannschaft der Europameisterschaft zu tun haben wird. Sechs bis acht Bayernspieler könnten da den Stamm ausmachen. Gerade in dem gestern katastrophal aufspielenden Abwehrverbund inklusive Torwart ist es recht wahrscheinlich, dass die Münchener vier von fünf Spielern stellen. Hinzu kommt, dass die Mannschaft augenscheinlich gestern zwei Wochen intensives Trainingsprogramm in den Beinen hatten. Dies hat sehr wahrscheinlich mit dem Form- und Fitnessaufbau im deutschen Team zu tun. Unter Jogi Löw hat es auch fast schon Tradition, das erste Testspiel vor einem großen Turnier zu vermasseln. Vor zwei Jahren war es ein mageres 3:0 gegen Malta, vor vier Jahren ein peinliches 2:2 zu Hause gegen Weißrussland. Zu guter Letzt zeigt ein Blick auf unsere Gruppengegner, dass eine solche Form zum jetzigen Zeitpunkt international nichts ungewöhnliches ist. Die Niederlande verlieren vor heimischer Kulisse gegen Bulgarien, Dänemark lässt sich von Brasilien vorführen und Portugal schafft es nicht, zu Hause gegen Mazedonien ein Tor zu erzielen.

Für die EM-Chancen des Teams hat der gestrige Auftritt daher nicht all zu große Bedeutung. Wohl aber für die persönlichen Chancen einzelner Akteure. Ter Stegen im Tor hat sich nicht gerade für einen Kaderplatz empfohlen, auch wenn er in der ersten Hälfte einmal grandios gegen Derdiyok hielt. Auf der linken Außenverteidigerposition zeigte Schmelzer wohl sein schlechtes Saisonspiel und in der Mitte wechselten sich Mertesacker und Hummels mit Stellungsfehlern regelmäßig ab. Lediglich Benedikt Höwedes zeigte zumindest ordentliche Ansätze. Im Zentrum tauchte Khedira komplett ab und konnte die durch vier offensive Mittelfeldspieler entstehenden Defensivlücken nicht schließen. Dennoch dürfte der Madrilene seinen Stamplatz neben Schweinsteiger sicher haben. Gleiches gilt für Özil, der hoffentlich seinen Tank bis zur Europameisterschaft wieder halbwegs auffüllen kann. Podolski trat bis auf einen Distanzschuss gar nicht in Erscheinung und Götze zeigte leider, was für Spuren eine viermonatige Spielpause auch bei dem talentiertesten Spieler hinterlässt. Die positivste Erscheinung war der eingewechselte Reus, der ein viel höheres Tempo in das deutsche Angriffsspiel brachte. Klose zeigte sich im Sturmzentrum 80 Minuten lang stets bemüht.

Die persönlichen Gewinner des Spiels sind daher die Bayern. Die Einsatzchancen für Kroos, Müller und Boateng sind eindeutig gestiegen. Gomez, Schweinsteiger, Lahm, Badstuber und Neuer sind ohnehin gesetzt. Bleibt die Hoffnung, dass zwei Trainingswochen genügen, um aus der Champions League-frustrierten Bayern-Fraktion und dem gestern enttäuschenden Rest eine eingespielte Truppe zu formieren. Das wird letztlich über den Erfolg bei der Europameisterschaft entscheiden.

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