Gute und schlechte Verlierer

Ein besonderes Viertelfinalspiel im DFB-Pokal: Viertligist Holstein Kiel gegen Meister
Borussia Dortmund. Da war was los an der Waterkant! Und mit 0:4 kam ein
erwartbares Ergebnis raus, für das sich eigentlich keiner schämen musste. Leider
sahen das einige Kieler Fans anders.

Die Mannschaft hatte sich ja für ihre Schmähgesänge von vor ein paar Wochen artig
per Video entschuldigt. Schade nur, dass ihre Fans den Sympathiegewinn mit dem
Allerwertesten wieder einrissen, als sie nach dem 0:3 eben diese Gesänge erneut
anstimmten. Dabei hatte das Publikum so stark angefangen wie die Mannschaft. „Wir
sind alle Holsteiner Jungs!“ scholl es zu Spielbeginn in einer Lautstärke durch das
kleine Stadion, wie sie gefühlt selbst beim BVB zu Hause im Signal Iduna Park selten
erreicht wird. Damit das mal gleich klar war.

Die ersten zehn Minuten versprachen dann auch einen unterhaltsamen Abend. Der
Jubel erlangte Orkanstärke, als BVB-Ersatztorwart Langerak in der 8. Minute einen
Ball gerade so festhielt. Leider fiel das erste Tor für Dortmund viel zu früh – das
muntere Hin und Her auf dem neuen, trotzdem für die Füße der Bundesligaprofis
etwas zu holprigen Rasen hätte man sich gern noch ein bisschen länger angucken
können.

Überwiegend sortierte man beim Viertligisten die Chancen aber realistisch ein und
freute sich einfach, so weit gekommen zu sein. In der Halbzeitpause, es stand 0:2,
wurde das zuvor vom Kieler Kapitän Christian Jürgensen ausgegebene Ziel
„Gewinnen und das Trikot von Mats Hummels abstauben“ vom Geschäftsführer
unauffällig auf „Wäre schön, wenn wir auch noch ein Tor machen würden, dann
hätten wir einen tollen Pokalabend gehabt“ herunterkorrigiert.

Das Tor für Kiel wäre zwischenzeitlich durchaus verdient gewesen. Daraus wurde
nichts mehr, aber das Hummels-Hemd hat Jürgensen hoffentlich trotzdem
bekommen. Und der Verein hoffentlich keinen Ärger wegen der unnötigen und
peinlichen Geräuschkulisse ab der 80. Minute.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.